Zischkaia josti: Ein neuer Tagfalter aus Venezuela

Für die Wissenschaft unbekannte Insekten gibt es wie Sand am Meer – das ist fast eine Binsenweisheit. Sie gilt jedoch nicht für gut untersuchte Insekten wie Tagfalter. Dort ist die Entdeckung einer noch unbeschriebenen Art nicht ganz so trivial. Bernhard Jost, langjähriges EVB-Mitglied, berichtet, wie ihm eine solcher Fund in Venezuela gelungen ist. Das Resultat, eine neuer Augenfalter mit Namen Zischkaia josti. Zischkaia josti: Ein neuer Tagfalter aus Venezuela weiterlesen

Neun neue Laufkäfer der Gattung Salcedia!

Die neue Monographie von Michael Balkenohl revidiert grundlegend die Gattung Salcedia. Salcedien sind kleine Laufkäfer, die an Flussufern in Afrika und der orientalischen Region vorkommen. Das mit vielen Fotos bebilderte englischsprachige Werk beinhaltet einen völlig neuen Bestimmungsschlüssel sowie Neubeschreibungen zu allen heute bekannten Arten nebst einer Zusammenfassung zur Biologie und zur Verbreitung der Arten. Neun neue Laufkäfer der Gattung Salcedia! weiterlesen

Podiumsdiskussion Insektensterben war ein riesiger Erfolg!

Am 3. Dezember 2019 haben wir gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Bern eine Podiumsdiskussion unter dem Titel: «Insektensterben – Sind wir dem Untergang geweiht?» durchgeführt. Die Veranstaltung ist auf ein erfreulich grosses Interesse gestossen: Der Vortragssaal des Museums war mit rund 200 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Podiumsdiskussion Insektensterben war ein riesiger Erfolg! weiterlesen

Insekt des Jahres 2020: der Schwarzblaue Ölkäfer

Meloe proscarabaeus, der Schwarzblaue Ölkäfer, ist das Insekt des Jahres 2020. Es ist die häufigste Art der Familie der Ölkäfer. Mit einer Länge von bis zu 35 mm erreicht sie eine stattliche Grösse. Die Käfer leben an trockenen, extensiv genutzten Standorten wie Trockenrasen oder Streuobstwiesen. Wie bei vielen weiteren Insektenarten sind die Bestände durch die Zerstörung der Lebensräume zurückgegangen. Insekt des Jahres 2020: der Schwarzblaue Ölkäfer weiterlesen

Artenförderprojekte ANF-EVB: Projekte für 2020 einreichen!

Die Abteilung Naturförderung (ANF) des LANAT unterstützt jedes Jahr Artenförderprojekte für Insekten, die von Mitgliedern des EVB ausgeführt werden. Auch 2020 sollen 2 Projekte unterstützt werden. Projektideen können bereits jetzt eingegeben werden. Spätester Eingabetermin ist der 29. Februar 2020. Wir freuen uns auf viele gute Ideen und Projekte von unseren Mitgliedern, damit dem Insektensterben ein wenig Gegensteuer gegeben wird!

Informationen und Antragsformular:
Anleitung und Vergabekriterien
Formular Projektantrag Unterstützung Insekten-Artenförderprojekte
Projektbeispiel Lamia textor, Weberbock
Projektbeispiel Phengaris nausithous, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Beitragsbild: Brauner Eichenzipfelfalter (Satyrium ilicis), eine im Kanton Bern sehr selten gesichtete und in der ganzen Schweiz stark gefährdete Tagfalterart. Bernhard Jost, Münsingen, Schweiz, CC BY-SA-NC 4.0

Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020

Willkommen auf der Übersicht der EVB-Veranstaltungen – in der Saison 2019–2020 mit Heidelibelle & Co!

Der Entomologische Verein Bern (EVB) führt nebst Vorträgen auch Diskussions- und Beamerabende durch – in diesem Jahr sogar eine Podiumsdiskussion. Heuer werden diese Veranstaltungen mit Fotos unseres Mitglieds Rolf Pflugshaupt aus Gümligen angekündigt. Rolf Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020 weiterlesen

Fledermausnacht 2019 = Nachtfalternacht?

Die Fledermausnacht 2019 im Botanischen Garten Bern erfreute sich idealer äusserer Rahmenbedingungen. Das Organisationsteam aus Mitarbeitenden des BoGa und des Fledermausvereins hatte ein umfangreiches und vielfältiges Programm zusammengestellt, das Vorträge, Fledermausnacht 2019 = Nachtfalternacht? weiterlesen

Waldschabe – die Verwandlung

Eine Bernstein-Waldschabe während der letzten Häutung. Bild oben links anklicken um Galerie zu starten!


Beitragsbild: Ausgewachsenes Männchen einer Bernstein-Waldschabe (Ectobius sylvestris). Die Art hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Nordschweiz stark ausgebreitet und dringt oft in Häuser ein. CC-BY-SA-4.0 Rolf Pflugshaupt, Gümligen, Schweiz.

Wymann, die Journalistin und die Edelfalter

Im Rahmen der „Bund“- Serie „die Praktikanten“ bot Schmetterlingskenner und –zeichner Hanspeter Wymann im Naturhistorischen Museum Bern einer Journalistin Einblick in den Alltag eines Entomologen. Frau Fuchs half in der 2 Millionen Tiere beherbergenden Insekten-Sammlung einen Tag lang als Praktikantin aus. Dabei wurden bei den für die Konservierung idealen 14°C die Schmetterlinge in einem Kasten mit Edelfaltern, Nymphalidae, digital erfasst und neu sortiert. Wymann, die Journalistin und die Edelfalter weiterlesen

Wer kennt Albert Müller?

Charles Huber.

Feinsinnig, ergreifend, humorvoll und spannend schildert er das Leben des ersten Konservators für Entomologie (1879−1881) am Naturhistorischen Museum Bern. Ein aktives schreibt über ein ehemaliges Vereinsmitglied, dessen spektakuläre Karriere als Insektenforscher Wer kennt Albert Müller? weiterlesen

Neue Langhornmotte entdeckt!

Auf einer gemeinsamen Exkursion mit Mitgliedern des EVB hat Ruedi Bryner 2016 am Monte Gargano in Apulien (Italien) eine neue Langhornmotte entdeckt. Letzte Woche hat er nun zusammen mit Peter Huemer (Innsbruck) die Beschreibung der neuen Art mit Namen Neue Langhornmotte entdeckt! weiterlesen

Maikäfer flieg!

Letztes Jahr ging es im Mai um das Essen von Insekten. Bei diesem Thema ist es zwei Jahre nach Zulassung der ersten Insekten zum Verzehr noch ruhiger geworden. Daher widmen wir uns in diesem Jahr dem Maikäfer, dem sein Hauptflugmonat den Namen gab, und der – unabhängig von Trends – weiterhin unterwegs sein wird. Maikäfer flieg! weiterlesen

Auch den Insekten soll geholfen werden

Viele Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind vom Aussterben bedroht. Das Insektensterben ist nicht nur den Entomologen bekannt und auch in der Presse allgegenwärtig. Diversen Arten geht es äusserst schlecht: Die Roten Listen belegen dies mit Zahlen: 39 % der beurteilten Insekten-Arten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Auch den Insekten soll geholfen werden weiterlesen

Insektenförderprojekte ANF-EVB 2019

Die Abteilung Naturförderung (ANF) des Amts für Natur & Landwirtschaft (LANAT) des Kantons Bern unterstützt jedes Jahr Artenförderprojekte von Mitgliedern des EVB. Erfreulicherweise wurden für 2019 mehrere Projekte eingereicht! Insektenförderprojekte ANF-EVB 2019 weiterlesen

Fotografen im EVB: Dominik Hofer

Verschiedene EVB-Mitglieder beschäftigen sich mit der Makrofotografie von Insekten. Eines von ihnen ist Dominik Hofer – seit 2018 Mitglied im EVB. Auf seiner FLICKR-page können hunderte hervorragende Bilder diverser Insekten aus Costa Rica, Ecuador und Peru bewundert werden. Eine kleine Auswahl gibts hier zu sehen. Fotografen im EVB: Dominik Hofer weiterlesen

103 neue Rüsselkäfer aus Sulawesi

Von den weltweit fast 400‘000 beschriebenen Käferarten gehören 50‘000 zu den Rüsselkäfern. Immer wieder werden für die Wissenschaft neue Arten oder auch Erstnachweise für die Schweiz publiziert. In der Schweiz kümmert sich vorwiegend EVB-Vizepräsident Christoph Germann um die oft kleinen Tierchen: In der Zwischenzeit sind gegen 1100 „Rüssler-Arten“ in der Schweiz bekannt.

Eine Gruppe um den Wissenschaftler Alexander Riedel vom staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe hat der Liste nun weitere 103 Arten hinzugefügt. 103 neue Rüsselkäfer aus Sulawesi weiterlesen

Mit Heuschrecken durch die Saison 2018–2019

Willkommen auf der Übersicht des Veranstaltungsprogramms. Der Entomologische Verein Bern (EVB) führt nebst Vorträgen auch Diskussions- und Beamerabende durch. Heuer sollen diese Veranstaltungen durch Bilder von Grashüpfer, Strauchschrecke & Co angekündigt werden. Die Heuschrecken-Fotos stammen allesamt von unserem Ehrenmitglied Daniel Roesti aus Wasen i.E. Daniel ist nicht nur ein hervorragender Fotograf, sondern Mit Heuschrecken durch die Saison 2018–2019 weiterlesen

Bienenvölker in Naturschutzgebieten des Kantons Bern: Merkblatt des ANF

Neben den Honigbienen gelten auch die gegen 600 in der Schweiz heimischen Wildbienenarten als äusserst wichtige Bestäuberinnen von Kultur- und Wildpflanzen. Rund 45% der Wildbienenarten sind gefährdet. Das ANF hat ein Merkblatt zur Haltung von Honigbienen in Naturschutzgebieten veröffentlicht.
Bienenvölker in Naturschutzgebieten des Kantons Bern: Merkblatt des ANF weiterlesen

Zusammenarbeit ANF-EVB: Unterstützung von Insekten-Artenförderprojekten im Kanton Bern

Seit  Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Naturförderung (ANF) des LANAT und Experten des Entomologischen Vereins Bern. Spezialisten des EVB führen Bestimmungen durch, erstellen Gutachten oder schlagen Schutz- und Fördermassnahmen vor. Die Zusammenarbeit zur konkreten Insektenartenförderung wird ab 2019 intensiviert. Jedes Jahr wird ein bestimmter Betrag für die Unterstützung von Projekten zur Artenförderung von Insekten im Kanton Bern zur Verfügung stehen. Mitglieder des EVB können ab sofort Projekte einreichen. Mit der Zusammenarbeit sollen nachhaltig und langfristig orientierte Projekte zur Förderung von Insekten im Kanton ermöglicht oder mit zusätzlichen Mitteln unterstützt werden.

Informationen und Antragsformular:
Anleitung und Vergabekriterien
Formular Projektantrag Unterstützung Insekten-Artenförderprojekte
Projektbeispiel Lamia textor, Weberbock
Projektbeispiel Phengaris nausithous, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Beitragsbild: Naturschutzgebiet La Sauge am Neuenburgersee. M. Gilgen, CC BY-SA 4.0

Der erste „Tag der Insekten“ in der Schweiz war ein Erfolg!

Der von „insect respect“ und birdlife Schweiz erstmals lancierte Tag der Insekten hat am 15. November 2018 in Aarau stattgefunden, mit vielen namhaften Referentinnen und Referenten und mehr als 200 Teilnehmenden. Es gab eine Warteliste mit über 50 Personen. Der erste „Tag der Insekten“ in der Schweiz war ein Erfolg! weiterlesen

Eine Baumwanze führt zu neuen Antibiotika!

Dass die Chemische Industrie in Pflanzen nach neuen Medikamenten sucht, ist bekannt. Aber auch Insekten können Substanzen liefern – die für den Kampf gegen Krankheiten eingesetzt werden könnten. Eine amerikanische Baumwanze hilft nun bei der Entwicklung neuer Antibiotika.

Eine Baumwanze führt zu neuen Antibiotika! weiterlesen

EVB-Höhlenexkursion in die Grottes aux Fées in Vallorbe

Auch in Höhlen und Grotten sind Insekten zu finden. Ein Höhlenbesuch lohnt sich in den ersten Wintermonaten, da dort diverse Falter im Überwinterungsquartier angetroffen werden können. Ruedi Bryner, unser Spezialist für „Höhlenfalter“, führte uns am ersten Novemberwochenende in mehrere Höhlen in der Umgebung von Vallorbe. Wir wurden nicht enttäuscht: Die 13 Teilnehmenden der Exkursion bekamen alle 4 „Höhlenfalter“ und diverse Spinnen zu sehen. EVB-Höhlenexkursion in die Grottes aux Fées in Vallorbe weiterlesen

Invasion des Palmrüsslers im Mittelmeeraum: Das Ende der Palmen?

Seit einigen Jahren treibt ein Rüsselkäfer aus Südostasien im Mittelmeerraum sein Unwesen: Der Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) bedroht die Palmenbestände und somit die Wahrzeichen vieler Touristenorte. Invasion des Palmrüsslers im Mittelmeeraum: Das Ende der Palmen? weiterlesen

Petition zur Erforschung des Insektensterbens

Man liest viel über das Insektensterben. Manche Leute sind betroffen, meist aber nur kurz. Nur Wenigen ist die grosse Bedeutung der Insekten bewusst. Der Einsatz als Bestäuber, Futterlieferant und Zersetzer organischer Substanzen ist nicht gegenwärtig. Alles ins Rollen gebracht hat die Studie aus Krefeld, die aufzeigt, dass die Insekten in den letzten 30 Jahren um 75 Prozent abgenommen haben. Petition zur Erforschung des Insektensterbens weiterlesen

Schmetterlings-Expedition in den Iran

Ende Mai hat eine Gruppe aus drei Mitgliedern des EVB für knapp zwei Wochen eine Schmetterlings-Expedition in den Iran unternommen. Aber auch viele andere Insekten und Vögel konnten beobachtet werden.

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Bambusbock zum ersten Mal in der Schweiz gefunden!

Ständig erreichen uns Meldungen von neu in die Schweiz eingeführten Insektenarten. Zum ersten Mal wurden nun in den Kantonen Bern und Solothurn Exemplare des aus Südostasien stammenden „Bambusbocks“ Purpuricenus temminckii gefunden. Bambusbock zum ersten Mal in der Schweiz gefunden! weiterlesen

Hybride von Schwärmern im Berner Oberland

Gelegentlich kreuzen sich im Freiland nahe verwandte Schwärmer-Arten – gegenwärtig im Berner Oberland, wo bereits das zweite Jahr in Folge Hybride gefunden werden konnten.

Von Schwärmern der Gattung Hyles ist bekannt, dass Hybride von Schwärmern im Berner Oberland weiterlesen

Die Asiatische Mörtelbiene in der Schweiz – Gekommen um zu bleiben?

Vor einigen Jahren ist die Asiatische Mörtelbiene in die Schweiz eingewandert. Über ihre Lebensweise und hiesige Verbreitung ist jedoch nur wenig bekannt. Neue Fundmeldungen sind daher sehr wichtig.

Die Asiatische Mörtelbiene in der Schweiz – Gekommen um zu bleiben? weiterlesen

Hitze in der Schweiz: Der Sägebock ist unterwegs

An warmen Sommerabenden im Juli und August fliegt er in der Dämmerung: Der Sägebock, Prionus coriarius. Manchmal findet man ein Tier am Licht oder als Verkehrsopfer auf der Strasse. Der Sägebock ist mit 20-45 mm Körperlänge einer der grössten einheimischen Bockkäfer. Hitze in der Schweiz: Der Sägebock ist unterwegs weiterlesen

Zecken – eine Gefahr für den Insektenkundler

Im Jahr 2018 scheinen sie häufiger zu sein als auch schon: Die Plagegeister Zecken. Woran dies liegt, sei dahingestellt. Das warme Frühjahr hat auf jeden Fall dazu geführt, dass die Menschen vermehrt in die Natur gezogen sind und viele einen Zeckenstich erlitten haben. Entsprechend sind die Meldungen der durch Zecken übertragenen Krankheiten Zeckenenzephalitis und Borreliose in die Höhe geschnellt. Es gibt jedoch keinen Grund, nur aus Anlass eines Zeckenbisses den Arzt aufzusuchen. Zecken – eine Gefahr für den Insektenkundler weiterlesen

Expedition in den Iran

Drei Mitglieder des EVB befinden sich von Ende Mai bis Juni 2018 auf einer Expedition in den Iran. Erste Bilder von Martin Albrecht zeigen, dass die Teilnehmer entomologisch bereits auf ihre Kosten gekommen sind. Auch die Kulinarik scheint nicht zu kurz zu kommen. Wir freuen uns auf den vollständigen Reisebericht. Expedition in den Iran weiterlesen

Insekten-Förderschwerpunkte im Kanton Bern: Käfer

Im Kanton Bern sollen neben weiteren Insekten auch 5 Arten von Käfern speziell gefördert werden. Diese sind neben einigen Libellen, Heuschrecken und Schmetterlingen in der Liste der Arten-Förderschwerpunkte von ANF und KAWA 2016-2019 aufgeführt. Es sind durchwegs xylobionte Käfer-Arten, die auch in der Roten Liste der Prachtkäfer, Bockkäfer, Rosenkäfer und Schröter mit einer Gefährdungskategorie aufgeführt sind. Vier der 5 Spezies gehören mit mehr als 3 Zentimetern Körperlänge gleichzeitig zu den auffälligsten Schweizer Käferarten und sind auch für Laien identifizierbar. Insekten-Förderschwerpunkte im Kanton Bern: Käfer weiterlesen

Ein Jahr Insekten essen: Die Regale sind leer

Am 1. Mai 2018 jährt sich die Zulassung von Insekten für den menschlichen Verzehr: Grillen, europäische Wanderheuschrecken und Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers dürfen als ganze Tiere oder verarbeitet als Lebensmittel angeboten werden. Der EVB hat in die Regale der Detailhändler geschaut und festgestellt: Diese sind praktisch leer. Insekten essen ist offenbar noch unpopulär.
Ein Jahr Insekten essen: Die Regale sind leer weiterlesen

Digitalisieren von Sammlungen – vernetzt in die Zukunft

Digitalisieren ermöglicht die rasche Verknüpfung grosser Datenmengen. Dies führt in der Entomologie zu einem Informationsaustausch, wie er bis vor Kurzem noch undenkbar war. In der Schweiz hat das Naturhistorische Museum Bern eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung von Sammlungen gespielt. Inzwischen sind weitere Institutionen wie die ETH-Bibliothek hinzugekommen. Alle verfolgen sie dasselbe Ziel: das Teilen von Daten. Digitalisieren von Sammlungen – vernetzt in die Zukunft weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 04.02.2020

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 04.02.2020 – Vortrag unserer Mitglieder Martin Albrecht, Bolligen und Bernhard Jost, Münsingen: «Schmetterlinge und andere Tiere im Iran». Vortrag über verschiedene Insekten und andere Tiere im Iran.

Die beiden Referenten reisten Ende Mai 2018 zusammen mit Thomas Kissling aus Bülach für knapp zwei Wochen in den Iran um insbesondere das Elburs-Gebirge im Norden des Landes zu erkunden. In der Obhut eines einheimischen Fahrers verlief die Reise unkompliziert und – abgesehen von einigen Pannen des etwas altersschwachen Fahrzeugs – problemlos. Übernachtet wurde in Gästehäusern und Hotels, welche in der Regel einen recht akzeptablen Standard aufwiesen.

Tagsüber unternahmen die Entomologen in der ersten Woche Exkursionen in die Berge nördlich der Provinzhauptstadt Zanjan (etwa 250 km westlich von Teheran). Dabei wurde, auch dank des ungewöhnlich regenreichen Frühjahrs, eine beeindruckende Artenzahl an Schmetterlingen aber auch Heuschrecken, Käfern und anderen Sechsbeinern beobachtet, aber auch Reptilien wie der Scheltopusik, Agamen und eine Schildkröte. Im Gebirge war noch ein deutlicher Frühjahrsaspekt festzustelle. Deshalb waren die vom Sekretär gesuchten Dickkopffalter der Gattung Carcharodus leider noch kaum anzutreffen. Trotzdem zeigte der Vortrag einen guten Überblick der Insekten und anderen Tiere im Iran.

Ein Tag war der Erkundung des reichen kulturellen Erbes des Iran gewidmet. Bei einem Ausflug nach Takht-e-Soleiman wurde die Weltkulturerbestätte mit ihrem artesischen See und den eindrücklichen Ruinen des zoroastrischen Feuertempels in Augenschein genommen. Dort wie auch in allen anderen aufgesuchten Gebieten gab es praktisch keine anderen ausländischen Touristen. Trotz Ramadan konnte  war dank des Status als „Reisende“ jederzeitige Nahrungsaufnahme sogar direkt neben der Strasse möglich.

Beim zweiten Teil des Aufenthalt war Teheran die Ausgangsbasis für weitere Exkursionen in die Berge nördlich und östlich der Stadt. Dabei gelangen weitere Einblicke in die Biodiversität des Elburs-Gebirges. Am letzten Tag wurde dann noch der historische Golestan-Palast im Zentrum besichtigt.

Geschäftliches

Anwesende

27 Mitglieder, 2 Gäste, Total 29 Personen

Schluss der Sitzung

21:20 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 21.01.2020

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 21.01.2020 – Vortrag unseres Mitglieds Dominik Hofer, Langnau i.E.: «Lust auf Regenwald?» Vortrag über Biodiversität im Regenwald Südamerikas

Der Referent berichtet in seiner üppig bebilderten Präsentation über mehrere Reisen. Diese führten ihn in die Regenwälder Costa Ricas, Perus und Ecuadors. Nach einleitenden Bemerkungen zur Geographie und Vegetation Südamerikas stellt er zunächst den Amazonas vor welcher der wasserreichste Fluss der Welt ist. Die Regenwälder weisen eine enorme Artenvielfalt auf. Es werden Symbiosen zwischen Ameisen und an Pflanzen saugenden Insekten vorgestellt. Ausserdem faszinierende Beispiele für Tarnung und Mimikry: Spinne als Ameise, Stabheuschrecken und Heliconus-Falter. Zahlreiche Fotos, welche unter erschwerten Licht- und Wetterbedingungen entstaden sind, zeigen die Farben- und Formenvielfalt der Fauna. Diese ist besonders bei Schmetterlingen, Käfern, Zikaden, Heuschrecken, Prachtbienen und Spinnen zu beobachten ist.

Östliche Winde transportieren Staub aus der Sahara nach Südamerika, dadurch wird das Amazonasgebiet mit Nährstoffen versorgt. Der Lebensraums ist durch Abholzung, vorwiegend für die Rinderzucht gefährdet, somit ist die Biodiversität akut bedroht.

Neben sechsbeinigen Tieren werden auch Wirbeltiere in Form von Vögeln (insgesamt kommen im Amazonasgebiet 2500 Arten vor), Schlangen, Kröten, Eidechsen und Fledermäusen präsentiert, insbesondere aber die unglaubliche Vielfalt an teils giftigen Froscharten. Von diesen kommen teilweise 30-40 Arten pro Quadratkilometer vor. Sie haben sehr unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien entwickelt. Neben diesen Fröschen gibt es viele weitere Gifttiere, darunter Schlangen, Spinnen, aber auch zahlreiche Raupen.

Auch Fotos von Flussdelphinen und einigen Affenarten gelangen dem Referenten. Das Ziel, mit dem Vortrag die Biodiversität im Regenwald Südamerikas zu präsentieren wurde eindrücklich erreicht.

Geschäftliches

Anwesende

26 Mitglieder, 5 Gäste, Total 31 Personen

Schluss der Sitzung

21:55 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 07.01.2020

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 07.01.2020 – Diskussionsabend Biodiversität und Zygaena osterodensis.

Herr Pflugshaupt wünscht sich für 2020 eine zunehmende Biodiversität und zeigt einschlägige Bilder aus seinem naturnahen Garten. Er stellt Balkenschröter, Rosenkäfer und Schmetterlinge von ganz klein bis ganz gross vor. Auch Grillen bewohnen die kleine Oase sowie Wildbienen, diverse Wespen, Libellen, Zikaden und Spinnen. Die Metamorphose der Waldschabe wird fotografisch festgehalten.

Herr Fluri berichtet von seinem ANF-Projekt zur Förderung des Widderchens Zygaena osterodensis im Lötschental. Lebensraum der Art sind Wälder. Als Raupennahrung wurde Wald-Wicke nachgewiesen. Dies ist ein Neunachweis für die Schweiz. Die Pflanze benötigt halbschattige Standorte wie Waldwege, Schlagfluren oder Lawinenrunsen. Geeignete Pflegemassnahmen sollen die langfristige Erhaltung der Lebensräume sicherstellen. Intensive Mahd der Wegränder ist ein Problem.

Geschäftliches

Das Protokoll der Podiumsdiskussion vom 3. Dezember 2019 wird verlesen und genehmigt.

Es gibt bereits wieder drei Personen, welche die Mitgliedschaft beim EVB beantragen. Sarah Rohr schreibt ihre Masterarbeit über Spinnen im Selhofer Zopfen. Sie möchte im Verein gerne Networking betreiben und Einblick in andere Arthropodengruppen erhalten.

Kilian Schlunegger arbeitet bei der ANF und schreibt z.Zt. eine Bachelorarbeit über Laufkäfer. Ihn interessiert vor allem der wissenschaftliche Austausch im Verein.

Franziska Witschi hat Biologie studiert und ist Spezialistin für Wanzen. Sie arbeitet bei Naturaqua Bern.

Es wurde über die Beitrittsgesuche abgestimmt und alle wurden einstimmig angenommen.

Anwesende

24 Mitglieder, 0 Gäste, Total 24 Personen

Schluss der Sitzung

21:45 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 17.12.2019

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 27.12.2019 – Diskussionsabend: Nachlese Podiumsdiskussion

Im Nachgang zur Podiumsdiskussion vom 3. 12. hat es noch ein Radiointerview mit Hans-Peter Wymann und diverse Presseberichte gegeben. Herr Wolf fühlte sich beim Blick auf das Publikum an seine Predigten erinnert: Die Anwesenden gehörten schon alle zu den „Gläubigen“. Wichtig wäre es jedoch, die Landwirte zu sensibilisieren. Herr Adamek hat einige kritische Anmerkungen zur Statistik der Krefelder Studie. Herrn Baur ist diese zu pauschal, und er weist darauf hin, dass es bisher kaum konkrete Kritik an dieser Studie gibt. Am generellen Negativtrend gibt es keine Zweifel. Es wird auf die ungenügende Ausbildung von Bauern und Gärtnern in ökologischen Belangen hingewiesen.

Herr Cordillot berichtet über einen Einsatz für „Plan B“ bei SF DRS. Ausserdem erwähnt er Bestrebungen zur Kommerzialisierung von Ameisen und anderen Insekten. Entsprechende Onlineshops nehmen zu. Auch Falter der endemischen Erebia christi tauchten in einem Onlineshop auf. Herr Wymann empört sich über die Diskrepanz zwischen Sammelverboten und „ordnungsgemässer Landwirtschaft“ mit ihren ungleich schlimmeren Auswirkungen auf die Biodiversität. Auch die unsägliche „Apollofrevel-Story“ wird noch einmal erwähnt. Die gesetzlichen Regulierungen bringen bei Insekten bekanntlich nichts für den Artenschutz, behindern jedoch nachhaltig die Forschungsarbeit.

Kaspar Lanz präsentiert seine Maturaarbeit zum Vorkommen asiatische Marienkäfer (Harmonia ayxridis) im Raum Bern. Die Art hat ein vielfältiges Äusseres, ist polyphag und ernährt sich auch von Früchten. Von ca. 180 gesammelten Marienkäfern waren ein Drittel H. ayxridis, der Rest verteilte sich auf 15 weitere Arten.

Herr Bryner stellt das neue Buch von Jürg Schmid über Kleinschmetterlinge der Alpen vor, das Ergebnis zahlreicher Gebirgsexkursionen und Zuchte des Autors.

Geschäftliches

Der Präsident weist auf die Möglichkeit hin, Projekte mit der ANF durchzuführen. Vorschläge sind bis Ende Februar über unserer Website einzureichen.

Die Protokolle vom 5. und 19. November 2019 werden verlesen und genehmigt.

Anwesende

21 Mitglieder, 0 Gäste, Total 21 Personen

Schluss der Sitzung

21:40 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 3.12.2019 (Podiumsdiskussion)

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 3.12.2019 – Podiumsdiskussion Insektensterben

Podiumsdiskussion: «Insektensterben – Sind wir dem Untergang geweiht?»

Der dramatische Rückgang der Insekten bedroht auch das Überleben anderer Tiere und Pflanzen: Als Nahrung und Bestäuber sind Schmetterlinge, Fliegen, Wespen und Co. nämlich unentbehrlich. Ihr Verschwinden bedeutet somit auch das Ende vieler anderer Lebewesen. Auch von uns?

Auslöser der Debatte war die mittlerweile weltberühmte «Krefelder Studie». Bei unserer Podiumsdiskussion diskutierte einer der Verfasser mit anderen Expertinnen und Experten die verschiedenen Ursachen und Auswirkungen des Insektensterbens und was es braucht, um das Schlimmste abzuwenden.

Unter der Leitung von reatch diskutierten:

Eva Knop, Biologie-Dozentin, Universität Zürich und Agroscope Zürich
Hanspeter Latour
, Naturfotograf und Ex-Fussballtrainer, Thun
Martin Sorg
, Biologe, Entomologischer Verein Krefeld, Mit-Autor der «Krefelder Studie» über das Insektensterben
Hans-Peter Wymann, Insektenforscher und Wissenschaftlicher Illustrator am Naturhistorischen Museum Bern

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Bern durchgeführt. Sie stiess auf grosses Publikumsinteresse, der Hörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Geschäftliches

Anwesende

42 Mitglieder, ca. 160 Gäste, Total ca. 200 Personen

Schluss der Sitzung

21:00 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht