Podiumsdiskussion Insektensterben war ein riesiger Erfolg!

Am 3. Dezember 2019 haben wir gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Bern eine Podiumsdiskussion unter dem Titel: «Insektensterben – Sind wir dem Untergang geweiht?» durchgeführt. Die Veranstaltung ist ein erfreulich grosses Interesse gestossen: Der Vortragssaal des Museums war mit rund 200 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Podiumsdiskussion Insektensterben war ein riesiger Erfolg! weiterlesen

Insekt des Jahres 2020: der Ölkäfer Meloe proscarabaeus

Meloe proscarabaeus, der Schwarzblaue Ölkäfer, ist das Insekt des Jahres 2020. Es ist die häufigste Art der Familie der Ölkäfer. Mit einer Länge von bis zu 35 mm erreicht sie eine stattliche Grösse. Die Käfer leben an trockenen, extensiv genutzten Standorten wie Trockenrasen oder Streuobstwiesen. Wie bei vielen weiteren Insektenarten sind die Bestände durch die Zerstörung der Lebensräume zurückgegangen. Insekt des Jahres 2020: der Ölkäfer Meloe proscarabaeus weiterlesen

Artenförderprojekte ANF-EVB: Projekte für 2020 einreichen!

Die Abteilung Naturförderung (ANF) des LANAT unterstützt jedes Jahr Artenförderprojekte für Insekten, die von Mitgliedern des EVB ausgeführt werden. Auch 2020 sollen 2 Projekte unterstützt werden. Projektideen können bereits jetzt eingegeben werden. Spätester Eingabetermin ist der 29. Februar 2020. Wir freuen uns auf viele gute Ideen und Projekte von unseren Mitgliedern, damit dem Insektensterben ein wenig Gegensteuer gegeben wird!

Informationen und Antragsformular:
Anleitung und Vergabekriterien
Formular Projektantrag Unterstützung Insekten-Artenförderprojekte
Projektbeispiel Lamia textor, Weberbock
Projektbeispiel Phengaris nausithous, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Beitragsbild: Brauner Eichenzipfelfalter (Satyrium ilicis), eine im Kanton Bern sehr selten gesichtete und in der ganzen Schweiz stark gefährdete Tagfalterart. Bernhard Jost, Münsingen, Schweiz, CC BY-SA-NC 4.0

Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020

Willkommen auf der Übersicht der EVB-Veranstaltungen – in der Saison 2019–2020 mit Heidelibelle & Co!

Der Entomologische Verein Bern (EVB) führt nebst Vorträgen auch Diskussions- und Beamerabende durch – in diesem Jahr sogar eine Podiumsdiskussion. Heuer werden diese Veranstaltungen mit Fotos unseres Mitglieds Rolf Pflugshaupt aus Gümligen angekündigt. Rolf Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020 weiterlesen

Fledermausnacht 2019 = Nachtfalternacht?

Die Fledermausnacht 2019 im Botanischen Garten Bern erfreute sich idealer äusserer Rahmenbedingungen. Das Organisationsteam aus Mitarbeitenden des BoGa und des Fledermausvereins hatte ein umfangreiches und vielfältiges Programm zusammengestellt, das Vorträge, Fledermausnacht 2019 = Nachtfalternacht? weiterlesen

Waldschabe – die Verwandlung

Eine Bernstein-Waldschabe während der letzten Häutung. Bild oben links anklicken um Galerie zu starten!


Beitragsbild: Ausgewachsenes Männchen einer Bernstein-Waldschabe (Ectobius sylvestris). Die Art hat sich in den letzten Jahrzehnten in der Nordschweiz stark ausgebreitet und dringt oft in Häuser ein. CC-BY-SA-4.0 Rolf Pflugshaupt, Gümligen, Schweiz.

Wymann, die Journalistin und die Edelfalter

Im Rahmen der „Bund“- Serie „die Praktikanten“ bot Schmetterlingskenner und –zeichner Hanspeter Wymann im Naturhistorischen Museum Bern einer Journalistin Einblick in den Alltag eines Entomologen. Frau Fuchs half in der 2 Millionen Tiere beherbergenden Insekten-Sammlung einen Tag lang als Praktikantin aus. Dabei wurden bei den für die Konservierung idealen 14°C die Schmetterlinge in einem Kasten mit Edelfaltern, Nymphalidae, digital erfasst und neu sortiert. Wymann, die Journalistin und die Edelfalter weiterlesen

Neues Ameisenbuch mit sensationellen Fotos

Das neue Ameisenbuch von Bernhard Seifert stellt die Fauna  von Mittel- und Nordeuropa vor. Das reich bebilderte Werk enthält einen aktualisierten Bestimmungsschlüssel sowie alles Wissenswerte über Biologie und Ökologie von Ameisen. Ein Muss für Ameisenfans.

Neues Ameisenbuch mit sensationellen Fotos weiterlesen

Wer kennt Albert Müller?

Charles Huber.

Feinsinnig, ergreifend, humorvoll und spannend schildert er das Leben des ersten Konservators für Entomologie (1879−1881) am Naturhistorischen Museum Bern. Ein aktives schreibt über ein ehemaliges Vereinsmitglied, dessen spektakuläre Karriere als Insektenforscher Wer kennt Albert Müller? weiterlesen

Neue Langhornmotte entdeckt!

Auf einer gemeinsamen Exkursion mit Mitgliedern des EVB hat Ruedi Bryner 2016 am Monte Gargano in Apulien (Italien) eine neue Langhornmotte entdeckt. Letzte Woche hat er nun zusammen mit Peter Huemer (Innsbruck) die Beschreibung der neuen Art mit Namen Neue Langhornmotte entdeckt! weiterlesen

Maikäfer flieg!

Letztes Jahr ging es im Mai um das Essen von Insekten. Bei diesem Thema ist es zwei Jahre nach Zulassung der ersten Insekten zum Verzehr noch ruhiger geworden. Daher widmen wir uns in diesem Jahr dem Maikäfer, dem sein Hauptflugmonat den Namen gab, und der – unabhängig von Trends – weiterhin unterwegs sein wird. Maikäfer flieg! weiterlesen

Auch den Insekten soll geholfen werden

Viele Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind vom Aussterben bedroht. Das Insektensterben ist nicht nur den Entomologen bekannt und auch in der Presse allgegenwärtig. Diversen Arten geht es äusserst schlecht: Die Roten Listen belegen dies mit Zahlen: 39 % der beurteilten Insekten-Arten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Auch den Insekten soll geholfen werden weiterlesen

Insektenförderprojekte ANF-EVB 2019

Die Abteilung Naturförderung (ANF) des Amts für Natur & Landwirtschaft (LANAT) des Kantons Bern unterstützt jedes Jahr Artenförderprojekte von Mitgliedern des EVB. Erfreulicherweise wurden für 2019 mehrere Projekte eingereicht! Insektenförderprojekte ANF-EVB 2019 weiterlesen

Fotografen im EVB: Dominik Hofer

Verschiedene EVB-Mitglieder beschäftigen sich mit der Makrofotografie von Insekten. Eines von ihnen ist Dominik Hofer – seit 2018 Mitglied im EVB. Auf seiner FLICKR-page können hunderte hervorragende Bilder diverser Insekten aus Costa Rica, Ecuador und Peru bewundert werden. Eine kleine Auswahl gibts hier zu sehen. Fotografen im EVB: Dominik Hofer weiterlesen

103 neue Rüsselkäfer aus Sulawesi

Von den weltweit fast 400‘000 beschriebenen Käferarten gehören 50‘000 zu den Rüsselkäfern. Immer wieder werden für die Wissenschaft neue Arten oder auch Erstnachweise für die Schweiz publiziert. In der Schweiz kümmert sich vorwiegend EVB-Vizepräsident Christoph Germann um die oft kleinen Tierchen: In der Zwischenzeit sind gegen 1100 „Rüssler-Arten“ in der Schweiz bekannt.

Eine Gruppe um den Wissenschaftler Alexander Riedel vom staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe hat der Liste nun weitere 103 Arten hinzugefügt. 103 neue Rüsselkäfer aus Sulawesi weiterlesen

Mit Heuschrecken durch die Saison 2018–2019

Willkommen auf der Übersicht des Veranstaltungsprogramms. Der Entomologische Verein Bern (EVB) führt nebst Vorträgen auch Diskussions- und Beamerabende durch. Heuer sollen diese Veranstaltungen durch Bilder von Grashüpfer, Strauchschrecke & Co angekündigt werden. Die Heuschrecken-Fotos stammen allesamt von unserem Ehrenmitglied Daniel Roesti aus Wasen i.E. Daniel ist nicht nur ein hervorragender Fotograf, sondern Mit Heuschrecken durch die Saison 2018–2019 weiterlesen

Bienenvölker in Naturschutzgebieten des Kantons Bern: Merkblatt des ANF

Neben den Honigbienen gelten auch die gegen 600 in der Schweiz heimischen Wildbienenarten als äusserst wichtige Bestäuberinnen von Kultur- und Wildpflanzen. Rund 45% der Wildbienenarten sind gefährdet. Das ANF hat ein Merkblatt zur Haltung von Honigbienen in Naturschutzgebieten veröffentlicht.
Bienenvölker in Naturschutzgebieten des Kantons Bern: Merkblatt des ANF weiterlesen

Zusammenarbeit ANF-EVB: Unterstützung von Insekten-Artenförderprojekten im Kanton Bern

Seit  Jahren besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Naturförderung (ANF) des LANAT und Experten des Entomologischen Vereins Bern. Spezialisten des EVB führen Bestimmungen durch, erstellen Gutachten oder schlagen Schutz- und Fördermassnahmen vor. Die Zusammenarbeit zur konkreten Insektenartenförderung wird ab 2019 intensiviert. Jedes Jahr wird ein bestimmter Betrag für die Unterstützung von Projekten zur Artenförderung von Insekten im Kanton Bern zur Verfügung stehen. Mitglieder des EVB können ab sofort Projekte einreichen. Mit der Zusammenarbeit sollen nachhaltig und langfristig orientierte Projekte zur Förderung von Insekten im Kanton ermöglicht oder mit zusätzlichen Mitteln unterstützt werden.

Informationen und Antragsformular:
Anleitung und Vergabekriterien
Formular Projektantrag Unterstützung Insekten-Artenförderprojekte
Projektbeispiel Lamia textor, Weberbock
Projektbeispiel Phengaris nausithous, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Beitragsbild: Naturschutzgebiet La Sauge am Neuenburgersee. M. Gilgen, CC BY-SA 4.0

Der erste „Tag der Insekten“ in der Schweiz war ein Erfolg!

Der von „insect respect“ und birdlife Schweiz erstmals lancierte Tag der Insekten hat am 15. November 2018 in Aarau stattgefunden, mit vielen namhaften Referentinnen und Referenten und mehr als 200 Teilnehmenden. Es gab eine Warteliste mit über 50 Personen. Der erste „Tag der Insekten“ in der Schweiz war ein Erfolg! weiterlesen

Eine Baumwanze führt zu neuen Antibiotika!

Dass die Chemische Industrie in Pflanzen nach neuen Medikamenten sucht, ist bekannt. Aber auch Insekten können Substanzen liefern – die für den Kampf gegen Krankheiten eingesetzt werden könnten. Eine amerikanische Baumwanze hilft nun bei der Entwicklung neuer Antibiotika.

Eine Baumwanze führt zu neuen Antibiotika! weiterlesen

EVB-Höhlenexkursion in die Grottes aux Fées in Vallorbe

Auch in Höhlen und Grotten sind Insekten zu finden. Ein Höhlenbesuch lohnt sich in den ersten Wintermonaten, da dort diverse Falter im Überwinterungsquartier angetroffen werden können. Ruedi Bryner, unser Spezialist für „Höhlenfalter“, führte uns am ersten Novemberwochenende in mehrere Höhlen in der Umgebung von Vallorbe. Wir wurden nicht enttäuscht: Die 13 Teilnehmenden der Exkursion bekamen alle 4 „Höhlenfalter“ und diverse Spinnen zu sehen. EVB-Höhlenexkursion in die Grottes aux Fées in Vallorbe weiterlesen

Invasion des Palmrüsslers im Mittelmeeraum: Das Ende der Palmen?

Seit einigen Jahren treibt ein Rüsselkäfer aus Südostasien im Mittelmeerraum sein Unwesen: Der Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) bedroht die Palmenbestände und somit die Wahrzeichen vieler Touristenorte. Invasion des Palmrüsslers im Mittelmeeraum: Das Ende der Palmen? weiterlesen

Petition zur Erforschung des Insektensterbens

Man liest viel über das Insektensterben. Manche Leute sind betroffen, meist aber nur kurz. Nur Wenigen ist die grosse Bedeutung der Insekten bewusst. Der Einsatz als Bestäuber, Futterlieferant und Zersetzer organischer Substanzen ist nicht gegenwärtig. Alles ins Rollen gebracht hat die Studie aus Krefeld, die aufzeigt, dass die Insekten in den letzten 30 Jahren um 75 Prozent abgenommen haben. Petition zur Erforschung des Insektensterbens weiterlesen

Schmetterlings-Expedition in den Iran

Ende Mai hat eine Gruppe aus drei Mitgliedern des EVB für knapp zwei Wochen eine Schmetterlings-Expedition in den Iran unternommen. Aber auch viele andere Insekten und Vögel konnten beobachtet werden.

Schmetterlings-Expedition in den Iran weiterlesen

Bambusbock zum ersten Mal in der Schweiz gefunden!

Ständig erreichen uns Meldungen von neu in die Schweiz eingeführten Insektenarten. Zum ersten Mal wurden nun in den Kantonen Bern und Solothurn Exemplare des aus Südostasien stammenden „Bambusbocks“ Purpuricenus temminckii gefunden. Bambusbock zum ersten Mal in der Schweiz gefunden! weiterlesen

Hybride von Schwärmern im Berner Oberland

Gelegentlich kreuzen sich im Freiland nahe verwandte Schwärmer-Arten – gegenwärtig im Berner Oberland, wo bereits das zweite Jahr in Folge Hybride gefunden werden konnten.

Von Schwärmern der Gattung Hyles ist bekannt, dass Hybride von Schwärmern im Berner Oberland weiterlesen

Die Asiatische Mörtelbiene in der Schweiz – Gekommen um zu bleiben?

Vor einigen Jahren ist die Asiatische Mörtelbiene in die Schweiz eingewandert. Über ihre Lebensweise und hiesige Verbreitung ist jedoch nur wenig bekannt. Neue Fundmeldungen sind daher sehr wichtig.

Die Asiatische Mörtelbiene in der Schweiz – Gekommen um zu bleiben? weiterlesen

Hitze in der Schweiz: Der Sägebock ist unterwegs

An warmen Sommerabenden im Juli und August fliegt er in der Dämmerung: Der Sägebock, Prionus coriarius. Manchmal findet man ein Tier am Licht oder als Verkehrsopfer auf der Strasse. Der Sägebock ist mit 20-45 mm Körperlänge einer der grössten einheimischen Bockkäfer. Hitze in der Schweiz: Der Sägebock ist unterwegs weiterlesen

Zecken – eine Gefahr für den Insektenkundler

Im Jahr 2018 scheinen sie häufiger zu sein als auch schon: Die Plagegeister Zecken. Woran dies liegt, sei dahingestellt. Das warme Frühjahr hat auf jeden Fall dazu geführt, dass die Menschen vermehrt in die Natur gezogen sind und viele einen Zeckenstich erlitten haben. Entsprechend sind die Meldungen der durch Zecken übertragenen Krankheiten Zeckenenzephalitis und Borreliose in die Höhe geschnellt. Es gibt jedoch keinen Grund, nur aus Anlass eines Zeckenbisses den Arzt aufzusuchen. Zecken – eine Gefahr für den Insektenkundler weiterlesen

Expedition in den Iran

Drei Mitglieder des EVB befinden sich von Ende Mai bis Juni 2018 auf einer Expedition in den Iran. Erste Bilder von Martin Albrecht zeigen, dass die Teilnehmer entomologisch bereits auf ihre Kosten gekommen sind. Auch die Kulinarik scheint nicht zu kurz zu kommen. Wir freuen uns auf den vollständigen Reisebericht. Expedition in den Iran weiterlesen

Insekten-Förderschwerpunkte im Kanton Bern: Käfer

Im Kanton Bern sollen neben weiteren Insekten auch 5 Arten von Käfern speziell gefördert werden. Diese sind neben einigen Libellen, Heuschrecken und Schmetterlingen in der Liste der Arten-Förderschwerpunkte von ANF und KAWA 2016-2019 aufgeführt. Es sind durchwegs xylobionte Käfer-Arten, die auch in der Roten Liste der Prachtkäfer, Bockkäfer, Rosenkäfer und Schröter mit einer Gefährdungskategorie aufgeführt sind. Vier der 5 Spezies gehören mit mehr als 3 Zentimetern Körperlänge gleichzeitig zu den auffälligsten Schweizer Käferarten und sind auch für Laien identifizierbar. Insekten-Förderschwerpunkte im Kanton Bern: Käfer weiterlesen

Ein Jahr Insekten essen: Die Regale sind leer

Am 1. Mai 2018 jährt sich die Zulassung von Insekten für den menschlichen Verzehr: Grillen, europäische Wanderheuschrecken und Mehlwürmer, die Larven des Mehlkäfers dürfen als ganze Tiere oder verarbeitet als Lebensmittel angeboten werden. Der EVB hat in die Regale der Detailhändler geschaut und festgestellt: Diese sind praktisch leer. Insekten essen ist offenbar noch unpopulär.
Ein Jahr Insekten essen: Die Regale sind leer weiterlesen

Digitalisieren von Sammlungen – vernetzt in die Zukunft

Digitalisieren ermöglicht die rasche Verknüpfung grosser Datenmengen. Dies führt in der Entomologie zu einem Informationsaustausch, wie er bis vor Kurzem noch undenkbar war. In der Schweiz hat das Naturhistorische Museum Bern eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung von Sammlungen gespielt. Inzwischen sind weitere Institutionen wie die ETH-Bibliothek hinzugekommen. Alle verfolgen sie dasselbe Ziel: das Teilen von Daten. Digitalisieren von Sammlungen – vernetzt in die Zukunft weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 17.12.2019

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 27.12.2019 – Diskussionsabend: Nachlese Podiumsdiskussion

Im Nachgang zur Podiumsdiskussion vom 3. 12. hat es noch ein Radiointerview mit Hans-Peter Wymann und diverse Presseberichte gegeben. Herr Wolf fühlte sich beim Blick auf das Publikum an seine Predigten erinnert: Die Anwesenden gehörten schon alle zu den „Gläubigen“. Wichtig wäre es jedoch, die Landwirte zu sensibilisieren. Herr Adamek hat einige kritische Anmerkungen zur Statistik der Krefelder Studie. Herrn Baur ist diese zu pauschal, und er weist darauf hin, dass es bisher kaum konkrete Kritik an dieser Studie gibt. Am generellen Negativtrend gibt es keine Zweifel. Es wird auf die ungenügende Ausbildung von Bauern und Gärtnern in ökologischen Belangen hingewiesen.

Herr Cordillot berichtet über einen Einsatz für „Plan B“ bei SF DRS. Ausserdem erwähnt er Bestrebungen zur Kommerzialisierung von Ameisen und anderen Insekten. Entsprechende Onlineshops nehmen zu. Auch Falter der endemischen Erebia christi tauchten in einem Onlineshop auf. Herr Wymann empört sich über die Diskrepanz zwischen Sammelverboten und „ordnungsgemässer Landwirtschaft“ mit ihren ungleich schlimmeren Auswirkungen auf die Biodiversität. Auch die unsägliche „Apollofrevel-Story“ wird noch einmal erwähnt. Die gesetzlichen Regulierungen bringen bei Insekten bekanntlich nichts für den Artenschutz, behindern jedoch nachhaltig die Forschungsarbeit.

Kaspar Lanz präsentiert seine Maturaarbeit zum Vorkommen asiatische Marienkäfer (Harmonia ayxridis) im Raum Bern. Die Art hat ein vielfältiges Äusseres, ist polyphag und ernährt sich auch von Früchten. Von ca. 180 gesammelten Marienkäfern waren ein Drittel H. ayxridis, der Rest verteilte sich auf 15 weitere Arten.

Herr Bryner stellt das neue Buch von Jürg Schmid über Kleinschmetterlinge der Alpen vor, das Ergebnis zahlreicher Gebirgsexkursionen und Zuchte des Autors.

Geschäftliches

Der Präsident weist auf die Möglichkeit hin, Projekte mit der ANF durchzuführen. Vorschläge sind bis Ende Februar über unserer Website einzureichen.

Die Protokolle vom 5. und 19. November 2019 werden verlesen und genehmigt.

Anwesende

21 Mitglieder, 0 Gäste, Total 21 Personen

Schluss der Sitzung

21:40 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 3.12.2019 (Podiumsdiskussion)

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 3.12.2019 – Podiumsdiskussion Insektensterben

Podiumsdiskussion: «Insektensterben – Sind wir dem Untergang geweiht?»

Der dramatische Rückgang der Insekten bedroht auch das Überleben anderer Tiere und Pflanzen: Als Nahrung und Bestäuber sind Schmetterlinge, Fliegen, Wespen und Co. nämlich unentbehrlich. Ihr Verschwinden bedeutet somit auch das Ende vieler anderer Lebewesen. Auch von uns?

Auslöser der Debatte war die mittlerweile weltberühmte «Krefelder Studie». Bei unserer Podiumsdiskussion diskutierte einer der Verfasser mit anderen Expertinnen und Experten die verschiedenen Ursachen und Auswirkungen des Insektensterbens und was es braucht, um das Schlimmste abzuwenden.

Unter der Leitung von reatch diskutierten:

Eva Knop, Biologie-Dozentin, Universität Zürich und Agroscope Zürich
Hanspeter Latour
, Naturfotograf und Ex-Fussballtrainer, Thun
Martin Sorg
, Biologe, Entomologischer Verein Krefeld, Mit-Autor der «Krefelder Studie» über das Insektensterben
Hans-Peter Wymann, Insektenforscher und Wissenschaftlicher Illustrator am Naturhistorischen Museum Bern

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Bern durchgeführt. Sie stiess auf grosses Publikumsinteresse, der Hörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Geschäftliches

Anwesende

42 Mitglieder, ca. 160 Gäste, Total ca. 200 Personen

Schluss der Sitzung

21:00 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 19.11.2019

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 19.11.2019 – Diskussionsabend: Citizen Science & Schmetterlinge

Hannes Baur erwähnt eine neue Studie zum Insektensterben, die am 30.10.19 in „Nature“ erschienen ist und die Krefeld-Studie bestätigt.

Julia Lanner stellt ihr „Citizien Science“ Projekt zum Vorkommen der Asiatischen Mörtelbiene in der Schweiz und Österreich vor. Durch den Aufruf auf der Homepage des EVB, Instagram und diversen Online- und Printmedien konnten die Daten zur Verbreitung der Mörtelbiene in der Schweiz und den umgebenden Ländern stark erweitert werden.

Hanspeter Wymann ergänzt den Bericht zum Problem mit einem Wildhüter im Berner Oberland, über das in der Sitzung vom 15.10.19 Raymond Guenin berichtet hatte. Herr Wymann wird bei den Wildhütern eine Schulung durchführen zum Thema: „Welche Insektenarten sind geschützt und was darf ein Entomologe machen und was nicht“.

Hanspeter Wymann erwähnt, dass bereits Vorbrodt 1922 von einer Abnahme der Insekten geschrieben habe. Jürg Studer ergänzt, dass man eine Abnahme auch bei den Fischen seit vielen Jahrzehnten beobachten müsse.

Wymann erwähnt, dass die Liste der Tagfalternachweise im Berner Oberland nun 151 Arten aufweist. Er hat einige Kasten mit Arten mitgebracht, die in den letzten Jahren eine starke Ausbreitung in der Schweiz erfahren haben.

André Röthlisberger berichtet von interessanten Beobachtungen im Naturschutzgebiet „Hoger“ in Bremgarten. Er hat u.a. eine seltene Furchenbienenart (Lasioglossus sp) sowie einen Schlupfwespen-Glasflügler gefunden.

Lukas Straumann erwähnt, dass er einen Spinnenläufer (Scutigera coleoptrata) im Haus gesehen habe und möchte wissen, ob weitere Anwesende von Beobachtungen berichten können. Dies ist der Fall. Dass der Präsident bei dem ursprl aus dem Mittelmeerraum stammenden Tier von „gruusiges Viech“ spricht, findet keinen Anklang. (Es handelt sich hier nicht um ein Insekt, sondern einen Hundertfüssler [Arthropode]).

Hannes Baur berichtet vom 11-15 mm langen Weinhähnchen (Oecanthus pellucens), das seine Anwesenheit mit einem auffälligen Zirpen bekannt macht und das in diesem Jahr häufig zu hören war.

Es gibt auch noch eine kurze Diskussion über das Bild einer Schmetterlingsmücke zu der Veranstaltung vom 19.11. auf der Homepage des EVB. Rolf Pflugshaupt weist darauf hin, dass die Abortfliege nicht nur in Aborten und der Kanalisation vorkomme und schon gar nicht bei ihm zu Hause.

Geschäftliches

Das Protokoll vom 15. Oktober 2019 wird verlesen und genehmigt.

Hannes Baur weist noch einmal darauf hin, dass die Plätze für die Veranstaltung zum Insektensterben vom 3.12.2019 beschränkt sind. Man sollte sich unbedingt anmelden.

Anwesende

20 Mitglieder, 0 Gäste, Total 20 Personen

Schluss der Sitzung

21:40 Uhr, der Präsident, Michael Gilgen

Protokoll der Sitzung vom 5.11.2019

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 5.11.2019 – Vortrag über Gletscher / Bärenspinner um Zermatt

Vortrag unseres Mitgliedes Richard Wolf, Fribourg, und Hermann Gerber, Venthône: «Schmetterlings- und Gletscher-‘Mekka’ Zermatt»

Herr Wolf berichtet zunächst über die Gletscher rund um Zermatt und die Entwicklung seit der letzten Eiszeit. Die heutige Ausdehnung der Eismassen und deren starker Rückgang in den letzten Jahrzehnten wird von einem Helikopter aus deutlich sichtbar. Historische Aufnahmen seit 1855 und aktuelle Bilder zeigen beispielhaft den enormen Schwund des Gornergletschers. Für die Alterbestimmung von Gletschervorstössen kommt die Dendrochronologie zum Einsatz. Zahlreiche Berggipfel waren während der letzten Eiszeit nicht von Eis bedeckt (sog. Nunatakker) und ermöglichten so angepassten Pflanzen und Tieren das Überleben.

Anschliessend geht Herr Gerber auf die Eiszeiten und ihre Auswirkungen auf die hochalpinen Bärenspinner H. cervini, G. quenseli und A. flavia ein, welche er mit beeindruckendem Spürsinn bereits an zahlreichen Stellen in den Alpen gefunden hat. Diese Arten sind Juwelen der Schweizer Fauna. Um Zermatt gibt es auch zahlreich botanisch wertvolle Gebiete mit z.T. endemischen Pflanzen.

Herr Gerber führte mit H. cervini auch Kreuzungsexperimente von verschiedenen Fundorten aus der Schweiz, Frankreich und Österreich durch. Obwohl diese voneinander isoliert sind erwiesen sich die Nachkommen als fruchtbar. Als Raupennahrung konnte Zwerg-Weide und eine Miere festgestellt werden. Lebensraum sind vor allem Geröllhalden. G. quenseli fliegt etwa 150 tiefer als die vorige Art, ihr Habitat sind Magerwiesen. Als Raupennahrung dient eine Senecio-Art.

A. flavia, der Engadiner Bär ist nur nach mühsamer Suche im hochalpinen Gelände, während der viele Steine umgedreht werden müssen, zu finden. Nahrungspflanze ist hier Senecio halleri, die Raupen können in der Nähe der Pflanze gefunden werden. Lebensraum sind Blockhalden.

Anschliessend werden noch einige lebende Raupen präsentiert. Die lebhafte Diskussion dreht sich um Zuch, Lebensräume und genetische Aspekte dieser drei speziellen Schmetterlingsarten.

Geschäftliches

Cristina Duarte möchte dem EVB beitreten. Sie ist Umweltingenieurin und möchte mehr über Tagfalter lernen sowie Anschluss an andere entomologisch Interessierte.

Bettina Giger hat denselben beruflichen Hintergrund und möchte ebenfalls Mitglied werden.

Beide Beitrittsanträge werden einstimmig angenommen.

Es wird auf die Vorteile einer Anmeldung für die nächste Sitzung (Podiumsdiskussion) hingewiesen.

Anwesende

35 Mitglieder, 4 Gäste, Total 39 Personen

Schluss der Sitzung

21:45 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 15.10.2019

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 15.10.2019 – Eintrittswelle und diverse Berichte

Herr Brunnschweiler berichtet von einem sommerlichen Ameisen-Massenflug.

Herr Guenin hat neue Erkenntnisse über Grünzygaenen der Arten Adscita statices und alpina. Diese schliessen sich verbreitungsmässig weitgehend aus. Genaue Vergleiche der Männchen-Genitalien zeigen, dass es in der Kontaktzone im Wallis Hybride gibt. Details können bald in seinem neuen Buch über die Zygaenen der Alpen nachgelesen werden. Im Oberhasli hatte er eine unerfreuliche Begegnung mit einem Wildhüter, welcher im das Sammeln – obwohl völlig legal – verbieten wollte. Es gibt jetzt jedoch dafür Bewilligungen…

Der Präsident hat einige lebende Käfer mitgebracht: Mulmbock und Gold-Rosenkäfer.

Herr Bryner berichtet vom Ausflug der «Micro-Gruppe» nach Derborence. Dabei wurde eine neue Kleinschmetterlingsart für die Schweiz gefunden, wobei es sich um eine boreoalpine Momphide handelt. Am Mt. Vully gelangen weitere Nachweise einer Tineide, welche offenbar eine neue Art ist.

Der Sekretär hat aus Deutschland ein Pheromon für den Nachweis des Herbstspinners Lemonia dumi erhalten.

Das von Herrn Huber geschriebene Buch über den ersten Konservator für Entomologie am Berner Museum ist jetzt erhältlich.

Herr Jost hat einige neue Erkenntnisse über den Fetthennen-Bläuling gewonnen. Es gibt blaue und schwarze Männchenformen. Im Wallis kommen beide vor, jedoch sind sie räumlich getrennt. Die schwarze Form hat zudem nur eine Generation, die blaue zwei.

Geschäftliches

Ganze fünf Anwesende möchten gerne dem EVB beitreten. Bettina Wegenast aus Bern interessiert sich für alles, was kreucht und fleucht. Sie hät Grillen und Schaben. Beruflich produziert sie Computerspiele und ist Theaterautorin.

Gabriel Stettler aus Bern ist Gymnasiast und beschäftigt sich mit Schmetterlingszucht.

Kaspar Lanz aus Bern ist ebenfalls Gymnasiast und hat seine Maturaarbeit über Asiatische Marienkäfer geschrieben.

Lukas Straumann aus Bern ist Historiker, Geschäftsführer des Bruno Manser-Fonds, hält Bienen und ist der Vater von Kaspar.

Bähram Alagheband aus Solothurn hat iranische Wurzeln. Er arbeitet als Journalist für SRF und ist allgemein Fan von Tieren und der Natur. Er betreibt auch Tierfotografie.

Ein Protokoll wird verlesen und genehmigt.

Anwesende

22 Mitglieder, 0 Gäste, Total 26 Personen

Schluss der Sitzung

21:45 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht