Wer kennt Albert Müller?

Charles Huber.

Feinsinnig, ergreifend, humorvoll und spannend schildert er das Leben des ersten Konservators für Entomologie (1879−1881) am Naturhistorischen Museum Bern. Ein aktives schreibt über ein ehemaliges Vereinsmitglied, dessen spektakuläre Karriere als Insektenforscher Wer kennt Albert Müller? weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 21.5.2019

Entomologisches

Herr Baur berichtet, dass er eine Zotero-Seite für den EVB erstellt hat. Dort können z.B. Publikationen aufgeführt werden was die Möglichkeit einer Publikationsübersicht der EVB-Mitglieder bietet. Einschliesslich Links auf Biodiversity Heritage Library und ePeriodica. Herr Baur bittet die Mitglieder, ihm Informationen (Literaturhinweise) zur Ergänzung der Zotero-Seite zukommen zu lassen.

Der Präsident bittet um Beiträge für die EVB-Homepage und berichtet über den Stand bei den eingereichten Artenförderprojekten in Zusammenarbeit mit der ANF. Alle vier eingereichten Projekte wurden akzeptiert (2mal M. nausithous, Z. osterodensis, L. textor). Das Projekt zum Weberbock von Herrn Gilgen ist erfolgreich angelaufen und auch auf Instagram vertreten.

Der Sekretär informiert über einen Fledermaus-/Nachtfalteranlass im Botanischen Garten am 24. August. Das ist eine Möglichkeit, den EVB einem grösseren Publikum bekanntzumachen. Herr Baur und er werden an dem Anlass im BoGa teilnehmen. Frau Knoblauch weist auf eine dort ebenfalls stattfindende Veranstaltung am 27. Juni zu invasiven Arten hin.

Herr Wymann ist der Zeitung «20 Minuten» als Schmetterlingsexperte zu Diensten gewesen und konnte ein Raupennest des Alpen-Ringelspinners im Seeland identifizieren. Die Art breitet sich seit ca. 20 Jahre aus und erobert auch tiefer gelegene Gebiete. Herr Bryner berichtet von der aktuellen Prozessionsspinner-Hysterie in Deutschland. Die ausgeprägte Mähwut der Gemeinden und Landwirte wird zum wiederholten Male beklagt, auch wenn es löbliche Ausnahmen gibt.

Frau Baumann berichtet von ihrer Teilnahme an einem Wildpflanzenmarkt in Biel und positiven Begegnungen mit Besuchern. Herr Mosimann erzählt von Beispielen für naturnahe Pflegemassnahmen und Unterstützung durch Gemeinden im Aaretal.

Der Präsident entlässt die Mitglieder in eine hoffentlich entomologisch ergiebige Sommerpause.

Geschäftliches

Julia Lanner beantragt Aufnahme in den EVB. Sie kommt aus Österreich und studiert Biologie. Ihre Interessensgebiete sind Wildbienen und molekulare Biologie. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Zwei Protokolle werden verlesen und genehmigt.

Anwesende

26 Mitglieder, 0 Gäste, Total 26 Personen

Schluss der Sitzung

21:45 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Neue Langhornmotte entdeckt!

Auf einer gemeinsamen Exkursion mit Mitgliedern des EVB hat Ruedi Bryner 2016 am Monte Gargano in Apulien (Italien) eine neue Langhornmotte entdeckt. Letzte Woche hat er nun zusammen mit Peter Huemer (Innsbruck) die Beschreibung der neuen Art mit Namen Neue Langhornmotte entdeckt! weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 6.5.2019

Entomologisches

Vortrag von Peter Huemer, Tiroler Landesmuseen, Innsbruck
Gut bekannt oder unbenannt? Alpenschmetterlinge im Zeitalter des DNA-Barcodings

Herr Huemer erwähnt zunächst als Eckpunkt die Fläche des Alpenraums mit 200’000 km2, auf welcher 5’000 Schmetterlingsarten vorkommen. Die Idee des Barcodings ist, die morphologisch oft schwer unterscheidbaren Arten auf Basis genetischer Unterschiede zu bestimmen. Dies, indem mit dem Barcoding eine «objektive/messbare» Methode herangezogen wird. Damit kann man 97% der Arten zuordnen. Das Hauptziel des Barcodings ist eine Unterscheidung auf genetischer Basis unter Heranziehung einer Vergleichsdatenbank. Dies kann auch den akute Expertenmangel bei vielen Gruppen zumindest teilweise ausgegleichen. Ferner können kryptische Arten erkannt werden, aber auch Präimaginalstadien und es können Körperteile oder Kotproben zugeordnet werden.

Die Methodik beruht auf der Untersuchung der mtDNA (COI-Gen), wobei für den Barcode 658 Basenpaare herangezogen werden. Sammlungen sind wichtige Quellen von Untersuchungsmaterial.Die Daten werden in einer zentralen Datenbank in Guelph (Kanada) gesammelt (BOLD). In den meisten Fällen ist die intraspezifische Variabilität sehr viel geringer als die interspezifische was die hohe Zuverlässigkeit der Methode belegt. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel. So gibt es Arten mit unterschiedlicher Morphologie, aber identischem Barcode (sog. Barcode Sharing). Wenige Arten zeigen eine grosse intraspezifische Variabilität.

Konsequenzen aus der Anwendung des Barcodings sind auch Anpassungen bei Systematik und Nomenklatur. So entdekte man z.B. einige Synonymien und man konnte viele unbeschriebene Arten identifizieren. Die Einstufung als Unterart oder Art ist jedoch subjektiv. Die Methode lieferte auch wesentliche Erkenntnisse zur Faunistik. Zur Erhöhung der Genauigkeit der Methode können weitere Gene oder das Gesamtgenom herangezogen werden.

Auf den Vortrag folgt eine lebhafte Diskussion.

Geschäftliches

Die Sitzung findet aus organisatorischen Gründen ausnahmsweise an einem Montag statt.

Der Präsident informiert die Anwesenden über den Tod von Hans Rudolf Niklaus welcher im vergangenen Februar nach längerer Krankheit verstorben ist.

Anwesende

23 Mitglieder, 3 Gäste, Total 26 Personen

Schluss der Sitzung

21:20 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Maikäfer flieg!

Letztes Jahr ging es im Mai um das Essen von Insekten. Bei diesem Thema ist es zwei Jahre nach Zulassung der ersten Insekten zum Verzehr noch ruhiger geworden. Daher widmen wir uns in diesem Jahr dem Maikäfer, dem sein Hauptflugmonat den Namen gab, und der – unabhängig von Trends – weiterhin unterwegs sein wird. Maikäfer flieg! weiterlesen

Auch den Insekten soll geholfen werden

Viele Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz sind vom Aussterben bedroht. Das Insektensterben ist nicht nur den Entomologen bekannt und auch in der Presse allgegenwärtig. Diversen Arten geht es äusserst schlecht: Die Roten Listen belegen dies mit Zahlen: 39 % der beurteilten Insekten-Arten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Auch den Insekten soll geholfen werden weiterlesen

Insektenförderprojekte ANF-EVB 2019

Die Abteilung Naturförderung (ANF) des Amts für Natur & Landwirtschaft (LANAT) des Kantons Bern unterstützt jedes Jahr Artenförderprojekte von Mitgliedern des EVB. Erfreulicherweise wurden für 2019 mehrere Projekte eingereicht! Insektenförderprojekte ANF-EVB 2019 weiterlesen

Protokoll der Sitzung von 16.4.2019

Entomologisches

Vortrag von Sarah Schmid, Universität Lausanne
Entomologische Sammlungen im Dienste der Wissenschaft

Die Referentin leitet ihren in schwungvollem Französisch gehaltenen Vortrag mit der Frage ein, wie viele biologische Präparate bisher gesammelt worden sind. Sie kommt auf einen Schätzwert von 2,5 bis 3 Milliarden, darunter in der Mehrzahl Invertebraten. Am Genfer Museum sind es 10 bis 15 Millionen im Vergleich zu 330‘000 Präparaten von Wirbeltieren.

Sammlungen geben unter anderem Auskunft über den Niedergang von Populationen und klimatische Veränderungen. In Sammlungen können auch neue Arten entdeckt werden. Dabei erfolgt die Beschreibung klassischerweise auf Grundlage der Morphologie, seit Ende der 80er Jahre aber auch zunehmend auf Basis der DNA. Diese dient gleichzeitig der Identifkation wie auch der Klassifikation. Ergebnis ist der sog. Barcode (ein kurzer Ausschnitt der DNA) und ein phylogenetischer Baum.

In letzter Zeit spielt vermehrt auch die Genomik, d.h. die Analyse des gesamten Erbguts einer Art, eine Rolle. Zwei Beispiele: Die Heuschrecke Odaleus decorus kommt im Wallis vor und ist stark zurückgegangen. Die Untersuchung ergab Indikatoren für genetische Verarmung der zwei noch existierenden Populationen. Hinter der Tagfalterart Melitaea athalia verbirgt sich in der Schweiz ein Komplex aus zwei kryptischen Arten (M. athalia/ M. nevadensis). Sowohl auf Basis der Genitalien als auch in der DNA lassen sich Unterschiede feststellen. Interessanterweise liegt die Art M. deione näher an nevadensis als athalia. Dazu konnte noch Hybridisierung zwischen M. athalia und M. nevadensis festgestellt werden. Diese kommt in der ganzen Schweiz vor, jedoch ist sie nicht überall gleich stark ausgeprägt.

Anhand von historischem Sammlungsmaterial lässt sich zudem ein Einblick in vergangene Biodiversität gewinnen.

Anwesende

19 Mitglieder, 3 Gäste, Total 22 Personen

Schluss der Sitzung

21:10 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 2.4.2019

Entomologisches

In den Zeitschriften „Reformiert“ und „Tierwelt“ sind zwei Beiträge mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern erschienen. Auf die beiden Initiativen „Biodiversität“ und „Landschaft“ wird hingewiesen. Auf politischer Ebene laufen diverse Aktivitäten zu Schutz der Artenvielfalt, z.B. das erfolgreiche Volksbegehren in Bayern.

Herr Baur stellt die Digitalisierung der Insektensammlung des Museums vor (Insektenkästen ins Internet). Diese wird nach und nach auf der Plattform Flickr veröffentlicht. Zwei Zivildienstleistenden bieten wertvolle Unterstützung.

Frau Gygax hat Informationsmaterial von Dark Skies Switzerland mitgebracht. Sie weist auf die Bedeutung einer eingeschränkten Beleuchtung von Privatgrund hin.

Der Sekretär zeigt die Ausbeute seiner fotografischen Falterjagd im Frühjahr 2019.

Herr Bryner hat den Zünslerfalter Agriphila biarmicus alpinaerfolgreich an Moos gezüchtet. Bei diesen Tieren aus Südtirol handelt es sich um eine von dem in Finnland gefundenen Taxon verschiedene Art. Ausserdem hat er von der schönen aber seltenen Langhornmotte Nemeophora congruellain jahrelanger Suche im Jura einige wenige der gut getarnten Raupenköcher gefunden. Leider wurde genau an dieser Stelle eine – vom inkonsequenten Forstgesetz gedeckte – Spritzaktion mit Insektiziden an gefälltem Stammholz durchgeführt.

Der Präsident stellt die invasive Marmorierte Baumwanze vor und weist auf die ähnliche aber einheimische Graue Feldwanze hin.

Herr Wolf berichtet von der Zucht der dunklen Form des Nagelflecks.

Geschäftliches

Zwei Protokolle werden verlesen und genehmigt. Der Präsident bittet und Vortragsanmeldungen für die Saison 2019/20.

Anwesende

18 Mitglieder, kein Gast, Total 2018Personen

Schluss der Sitzung

22:00 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Fotografen im EVB: Dominik Hofer

Verschiedene EVB-Mitglieder beschäftigen sich mit der Makrofotografie von Insekten. Eines von ihnen ist Dominik Hofer – seit 2018 Mitglied im EVB. Auf seiner FLICKR-page können hunderte hervorragende Bilder diverser Insekten aus Costa Rica, Ecuador und Peru bewundert werden. Eine kleine Auswahl gibts hier zu sehen. Fotografen im EVB: Dominik Hofer weiterlesen