Der Borkenkäfer – dein Feind und Helfer

Vortrag von Beat Wermelinger, WSL Birmensdorf

Borkenkäfer erleben im Moment eine Hochblüte. Begünstigt durch die häufigen Stürme und die den Bäumen zusetzende Trockenheit der letzten paar Jahre hat der Buchdrucker (Ips typographus), die wichtigste Borkenkäferart, europaweit wieder zu Massenvermehrungen angesetzt und Fichten in grossem Ausmass befallen und abgetötet. Dies hat ernste Folgen für alle Waldnutzer.

Im Vortrag werden die Biologie und Ökologie von Borkenkäfern, ihre natürlichen Feinde und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wechselwirkungen mit ihren Wirtsbäumen erläutert. Die vielfältige Bedeutung der berüchtigten Borkenkäfer wird mit viel Bildmaterial illustriert.

Borkenkäfer sind wichtig im Ökosystem

Borkenkäfer sind jedoch nicht nur «Schädlinge» im bewirtschafteten Wald, sie spielen auch ein wichtige Rolle beim Abbau frisch abgestorbener Bäume. Wenn sie selber Bäume zum Absterben bringen, schaffen sie neue, wichtige Habitate für eine grosse Zahl von Nutzniessern; sie sind Ökosystem-Ingenieure. Letztlich machen sie auch unsere Wälder für das kommende Klima fitter.

Gäste willkommen!


Beitragsbild: Porträt eines Buchdruckers (Ips typographus). CC-BY-SA 4.0 Beat Wermelinger, WSL Birmensdorf, Schweiz.

Die Veranstaltung war ursprünglich für den 3. November 2020 vorgesehen, sie musste wegen der Pandemie jedoch verschoben werden.

Protokoll der Sitzung vom 19.01.2021

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 19.01.2021 – Zoom-Vortrag unseres Mitglieds Michael Balkenohl: «Peloponnes, ein Exkursionsbericht» Entomologischer Reisebericht

Der Referent gibt zunächst einen Abriss über das Exkursionsgebiet, die Halbinsel Peloponnes in Griechenland, es war seine erste Exkursion dorthin. Die Untersuchungsgebiete verteilten sich über die ganze Halbinsel und reichten von der Meeresküste bis zum Gebirge. Die Herbergssuche erwies sich als recht einfach. Jedes Dorf hat eine Kirche, daneben gibt es eine Beiz, wo man Empfehlungen für Unterkünfte erhält.

Gleich am ersten Halt fand der Referent interessante Käfer erbeutet. Die Gegend wird von Ziegen beweidet, aber recht extensiv. An der Küste bei Kaloghria war die Suche nach einem bestimmten Laufkäfer geplant, von welchem bisher nur zwei Exemplare aus Griechenald bekannt waren. Die nächtliche Suche am Strand war sehr erfolgreich, jedoch gelangen auch Nachweise im schattigen Pinienwald. Beifänge waren Skorpione, eine Sandboa (die einzige europäische Riesenschlange) und diverse Schildkröten.

An einer mykenischen Festung gelang der Fund einer weiteren, ähnlichen Scarythes-Art. Auch interessante Rosen- und Bockkäfer waren zu sehen. Ein vermodernder Ulmenstamm offenbarte bei näherer Untersuchung Schnecken, eine Kröte und wie erhofft zahlreiche Käferlarven. Auch die schöne Flora war ergiebige Quelle für Käfer und weitere Insekten.

Nächste Station war das Taygetos-Gebirge, auch hier wieder mit zahlreichen blühenden Pflanzen und entsprechenden Insekten. Darunter befanden sich Prachtkäfer, diverse Laufkäfer, Nachtfalter, aber auch Spinnen und weitere Schildkröten. Unter Steinen kamen Ameisen-Schlangen und eine neue Carabidenart zum Vorschein.

Der naturnahe Wald beherbergte zahlreiche interessante Käfer, darunter scheue Prachtkäfer und beeindruckende Bockkäfer. Der Referent hat vor, dieses interessante Gebiet erneut zu bereisen.

An den Vortrag schliesst sich eine Diskussion mit Fragerunde an.

Geschäftliches

Anwesende

21 Mitglieder, 1 Gast, Total 22 Personen

Schluss der Sitzung

21:10 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

[ONLINE] Peloponnes, ein Exkursionsbericht

Online-Vortrag von Michael Balkenohl, Bonstetten

Die Halbinsel Peloponnes liegt im Süden des griechischen Festlandes und ist gekennzeichnet durch scharfe Kontraste zwischen rauen, unbewohnten Gebirgen (bis 2400 m) mit ursprünglichen Wäldern und fruchtbaren reicher besiedelten Tälern bzw. dem Flachland am Meer.

Ebenso reich gegliedert sind auch Flora und Fauna, weswegen die Halbinsel ein bevorzugtes Ziel von Botanikern, Ornithologen, Herpetologen, und Entomologen ist. Die Halbinsel ist so reichhaltig, dass sie unmöglich mit nur einer Reise auch nur annähernd erfassbar ist.

Ende Mai 2019 besuchten wir die Halbinsel Peloponnes erstmals. Obwohl die Exkursion nur als Basis für Folgebesuche – also Stippvisiten-artig – geplant war, war sie ein voller Erfolg.

Es werden Eindrücke der besonderen Landschaftsformen und ihrer «Bewohner» vorgestellt.

Die Veranstaltung wird mit Zoom durchgeführt. Der Link wird vom Sekretär an die Vereinsmitglieder geschickt. Gäste sind willkommen, wir bitten jedoch um Anmeldung per E-Mail (über Kontakt). Leider lässt die Pandemie weiterhin keine Veranstaltungen im gewohnten Rahmen zu. Der ursprünglich vorgesehene Vortrag über die Scaritinae (Laufkäfer) wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.


Beitragsbild: Ein Bockkäfer (Agapanthia cynarae Germar) auf der Blüte einer Distel. Halbinsel Peloponnes. CC-BY-SA 4.0 Michael Balkenohl, Bonstetten, Schweiz.

Kiental: unsere Sommerexkursion findet statt!

Der Vereinsausflug führt uns dieses Jahr ins wunderschöne Kiental im Berner Oberland. Dort findet man etwa im Seitental des Spiggebachs artenreiche Trockenwiesen und -weiden mit vielen Blumen, Schmetterlingen, Fliegen, Wanzen, Wespen und Wildbienen. Ferner gibt es eine Alpakazucht.

Das Kiental ist also ein sehr lohnendes Ausflugsziel, das von Bern mit dem Auto in nur einer Stunde erreichbar ist.

Gäste willkommen!

Organisatorisches

Anfang Juni können wir nun bekannt geben, dass der traditionelle EVB-Sommerausflug duchgeführt werden kann. In diesem Jahr nur eintägig, am Sonntag, 28. Juni 2020. Die Details finden sich in der Einladung und werden den Mitgliedern auch noch per mail zugestellt. Die Anmeldung bis am 23. Juni an den Sekretär Martin Albrecht ist notwendig. Wir freuen uns, euch wieder einmal zu sehen!


Beitragsbild: Trockenwiese nahe bei Spiggeweid im Kiental auf etwa 1200 m ü.M. CC-BY-SA-4.0 Martin Albrecht, Schüpfen, Schweiz.

Der Kirschbaum-Prachtkäfer schlüpft, wenn die Natur erwacht

Die warmen Ostertage haben diesen Kirschbaum-Prachtkäfer (Anthaxia candens) dazu veranlasst, seine Puppenwiege in einem gefällten Kirschbaum im Kanton Solothurn zu verlassen und Der Kirschbaum-Prachtkäfer schlüpft, wenn die Natur erwacht weiterlesen

Lust auf Regenwald?

Vortrag von Dominik Hofer, Langnau i.E.

Der Regenwald ist das grösste, komplexeste, gleichzeitig aber auch eines der zerbrechlichsten Ökosysteme unserer Erde. Regenwälder sind Farben und Formen, Strategien zum Überleben, Tarnung und Täuschung, klein, gross, noch grösser, Kampf um Ressourcen, Fressen und Nichtgefressen werden und Symbiose.

Kommen Sie mit auf eine Reise durch die Regenwälder von Peru, Ecuador und Costa Rica! Schmetterlinge, Nachtfalter, Heuschrecken, Wanzen, Wespen, Käfer, Spinnen, Schlangen, Säugetiere und Vögel in allen Farben und Formen. Es hat für alle etwas dabei!

Gäste willkommen!


Beitragsbild: Der Vanillefalter (Agraulis vanillae) auf einer Blüte in Peru. CC-BY-SA 4.0 Dominik Hofer, Langnau i.E., Schweiz.

Podiumsdiskussion Insektensterben war ein riesiger Erfolg!

Am 3. Dezember 2019 haben wir gemeinsam mit dem Naturhistorischen Museum Bern eine Podiumsdiskussion unter dem Titel: «Insektensterben – Sind wir dem Untergang geweiht?» durchgeführt. Die Veranstaltung ist auf ein erfreulich grosses Interesse gestossen: Der Vortragssaal des Museums war mit rund 200 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllt. Podiumsdiskussion Insektensterben war ein riesiger Erfolg! weiterlesen

Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020 [aktualisiert]

[Aktualisiert 16.6.2020] Willkommen auf der Übersicht der EVB-Veranstaltungen – in der Saison 2019–2020 mit Heidelibelle & Co!

Der Entomologische Verein Bern (EVB) führt nebst Vorträgen auch Diskussions- und Beamerabende durch – in diesem Jahr sogar eine Podiumsdiskussion. Heuer werden diese Veranstaltungen mit Fotos unseres Mitglieds Rolf Pflugshaupt aus Gümligen angekündigt. Rolf Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020 [aktualisiert] weiterlesen

Sommerexkursion ins Berner Oberland

Der Vereinsausflug führt uns dieses Jahr ins Berner Oberland in die Umgebung von Jungfrau-Aletsch: Burglauenen/Hintisberg ist das «Tor» zum UNESCO-Weltnaturerbe in den Berner Alpen. An den Südhängen oberhalb von Lütschental und Burglauenen befinden sich die ausgedehntesten Magerrasen-Komplexe der Region.

Dort leben eine grosse Zahl wärmeliebender Insekten: Es lassen sich nicht nur Schmetterlingshafte und Bergzikaden beobachten, sondern ebenso die Hälfte aller in der Schweiz lebender Tagfalterarten. Bisher konnten über 100 Arten gefunden werden, darunter eine nur bei Grindelwald vorkommende Unterart des seltenen Sudetenmohrenfalters, (Erebia sudetica inalpina). Es finden sich aber ebenso der Apollofalter (Parnassius apollo), der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne), der Grosse Eisvogel (Limenitis populi), Grosser Schillerfalter (Apatura iris), der Kleine Thymianbläuling (Pseudophilotes baton), der Westliche Scheckenfalter (Melitaea parthenoides) und viele mehr. Erwähnenswert ist auch das hübsche Platterbesenwidderchen (Zygaena osterodensis), welches hier in den wohl stärksten Populationen der Nordalpen lebt.

Der insektenreiche Südhang liegt zwischen etwa 1000m und 1900m und deckt damit gleich mehrere Höhenstufen ab: Er reicht von der submontanen über die subalpine bis zur alpinen Höhenstufe. Damit lässt sich auch die reichhaltige Flora und Fauna erklären.

Organisatorisches

Wir treffen uns am Freitag Abend um 18 Uhr beim Parkplatz des Hotel-Restaurant Stalden (Lütschental) bzw. am Samstag Morgen um 11 Uhr am selben Ort. Die Anreise erfolgt individuell. Bitte untereinander absprechen! Transport ab Hotel-Restaurant Stalden ist gewährleistet!


Beitragsbild:  Gruppenpaarung beim Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion) am Hintisberg im Berner Oberland. CC-BY-SA 4.0 Hans-Peter Wymann, Jegenstorf, Schweiz.