Karstweissling CC BY Martin Albrecht Schüpfen, Switzerland

Der Karstweissling – Plötzlich war er auch bei uns

Mit dem Karstweissling starten wir eine kleine Reihe über Profiteure des Klimawandels bei den Tagfaltern. Weitere Beiträge werden in loser Folge erscheinen.

Fast jeder kennt den Kohlweissling, und manche wissen darüber hinaus auch, dass es einen Grossen und einen Kleinen Kohlweissling gibt. Beide haben bei Gemüsegärtnern nicht den besten Ruf. Vor einigen Jahren hat sich jedoch noch eine dritte Art dazugesellt, welche dem Kleinen Kohlweissling sehr ähnlich sieht, früher jedoch nur im Wallis, dem Tessin und am Genfer See gefunden wurde: Der Karstweissling (Pieris mannii, siehe Beitragsbild).

Die explosionsartige Ausbreitung des Karstweisslings

Ab 2008 hat sich der Karstweissling plötzlich stark Richtung Norden ausgebreitet und inzwischen nicht nur das gesamte Mittelland und den Jura besiedelt sondern auch das ganze nördliche Mitteleuropa wo er inzwischen bis Holland und Norddeutschland vorgedrungen ist. Interessant ist, dass der Falter in den neu besiedelten Gebieten vorwiegend in Gärten lebt, wo sich ihre Raupe insbesondere an den gepflanzten Schleifenblumen (Iberis sempervirens) entwickelt.

Karstweissling Futterflanze CC BY Martin Albrecht Schüpfen, Switzerland
Blühende Schleifenblume im Frühjahr, Futterpflanze des Karstweisslings. CC BY-SA 4.0 Martin Albrecht, Schüpfen.

Der Karstweissling ist kein Schädling

Seit über zehn Jahren tritt die Raupe des Karstweisslings auch im Raum Bern regelmässig auf. Schädlich wird sie jedoch zum Glück nicht, da sie sehr sparsam frisst. Und dank ihrer guten Tarnung entdecken sie nur sehr aufmerksame Beobachter. Den Falter kann man daran erkennen, dass er – in mehreren Generationen von April bis September auftretend – gern um die Schleifenblumen herumfliegt. Dabei handelt es sich meist um Weibchen auf der Suche nach einem Eiablageplatz.

Karstweissling Raupe CC BY Martin Albrecht Schüpfen, Switzerland
Die Karstweisslings-Raupe wird 3-4 cm lang und ist gut getarnt. CC BY-SA 4.0 Martin Albrecht.
Karstweissling Lebensraum CC BY Martin Albrecht Schüpfen, Switzerland
Ab Mai leben die Raupen des Karstweisslings in mehreren Generationen am Schleifenkraut. Da sie nur wenig fressen und einzeln leben sind keine Schäden an den Pflanzen zu befürchten. CC BY-SA 4.0 Martin Albrecht, Schüpfen.

Dieser Beitrag ist eine leicht veränderter Fassung eines ursprünglich auf der Homepage von Nubis («Natur & Umwelt Bolligen – Ittigen – Stettlen» https://www.nubis-verein.ch) veröffentlichten Artikels. Weitere Informationen: http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Pieris_Mannii