Protokoll der Sitzung vom 21.5.2019

Entomologisches

Herr Baur berichtet, dass er eine Zotero-Seite für den EVB erstellt hat. Dort können z.B. Publikationen aufgeführt werden was die Möglichkeit einer Publikationsübersicht der EVB-Mitglieder bietet. Einschliesslich Links auf Biodiversity Heritage Library und ePeriodica. Herr Baur bittet die Mitglieder, ihm Informationen (Literaturhinweise) zur Ergänzung der Zotero-Seite zukommen zu lassen.

Der Präsident bittet um Beiträge für die EVB-Homepage und berichtet über den Stand bei den eingereichten Artenförderprojekten in Zusammenarbeit mit der ANF. Alle vier eingereichten Projekte wurden akzeptiert (2mal M. nausithous, Z. osterodensis, L. textor). Das Projekt zum Weberbock von Herrn Gilgen ist erfolgreich angelaufen und auch auf Instagram vertreten.

Der Sekretär informiert über einen Fledermaus-/Nachtfalteranlass im Botanischen Garten am 24. August. Das ist eine Möglichkeit, den EVB einem grösseren Publikum bekanntzumachen. Herr Baur und er werden an dem Anlass im BoGa teilnehmen. Frau Knoblauch weist auf eine dort ebenfalls stattfindende Veranstaltung am 27. Juni zu invasiven Arten hin.

Herr Wymann ist der Zeitung «20 Minuten» als Schmetterlingsexperte zu Diensten gewesen und konnte ein Raupennest des Alpen-Ringelspinners im Seeland identifizieren. Die Art breitet sich seit ca. 20 Jahre aus und erobert auch tiefer gelegene Gebiete. Herr Bryner berichtet von der aktuellen Prozessionsspinner-Hysterie in Deutschland. Die ausgeprägte Mähwut der Gemeinden und Landwirte wird zum wiederholten Male beklagt, auch wenn es löbliche Ausnahmen gibt.

Frau Baumann berichtet von ihrer Teilnahme an einem Wildpflanzenmarkt in Biel und positiven Begegnungen mit Besuchern. Herr Mosimann erzählt von Beispielen für naturnahe Pflegemassnahmen und Unterstützung durch Gemeinden im Aaretal.

Der Präsident entlässt die Mitglieder in eine hoffentlich entomologisch ergiebige Sommerpause.

Geschäftliches

Julia Lanner beantragt Aufnahme in den EVB. Sie kommt aus Österreich und studiert Biologie. Ihre Interessensgebiete sind Wildbienen und molekulare Biologie. Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Zwei Protokolle werden verlesen und genehmigt.

Anwesende

26 Mitglieder, 0 Gäste, Total 26 Personen

Schluss der Sitzung

21:45 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 6.5.2019

Entomologisches

Vortrag von Peter Huemer, Tiroler Landesmuseen, Innsbruck
Gut bekannt oder unbenannt? Alpenschmetterlinge im Zeitalter des DNA-Barcodings

Herr Huemer erwähnt zunächst als Eckpunkt die Fläche des Alpenraums mit 200’000 km2, auf welcher 5’000 Schmetterlingsarten vorkommen. Die Idee des Barcodings ist, die morphologisch oft schwer unterscheidbaren Arten auf Basis genetischer Unterschiede zu bestimmen. Dies, indem mit dem Barcoding eine «objektive/messbare» Methode herangezogen wird. Damit kann man 97% der Arten zuordnen. Das Hauptziel des Barcodings ist eine Unterscheidung auf genetischer Basis unter Heranziehung einer Vergleichsdatenbank. Dies kann auch den akute Expertenmangel bei vielen Gruppen zumindest teilweise ausgegleichen. Ferner können kryptische Arten erkannt werden, aber auch Präimaginalstadien und es können Körperteile oder Kotproben zugeordnet werden.

Die Methodik beruht auf der Untersuchung der mtDNA (COI-Gen), wobei für den Barcode 658 Basenpaare herangezogen werden. Sammlungen sind wichtige Quellen von Untersuchungsmaterial.Die Daten werden in einer zentralen Datenbank in Guelph (Kanada) gesammelt (BOLD). In den meisten Fällen ist die intraspezifische Variabilität sehr viel geringer als die interspezifische was die hohe Zuverlässigkeit der Methode belegt. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel. So gibt es Arten mit unterschiedlicher Morphologie, aber identischem Barcode (sog. Barcode Sharing). Wenige Arten zeigen eine grosse intraspezifische Variabilität.

Konsequenzen aus der Anwendung des Barcodings sind auch Anpassungen bei Systematik und Nomenklatur. So entdekte man z.B. einige Synonymien und man konnte viele unbeschriebene Arten identifizieren. Die Einstufung als Unterart oder Art ist jedoch subjektiv. Die Methode lieferte auch wesentliche Erkenntnisse zur Faunistik. Zur Erhöhung der Genauigkeit der Methode können weitere Gene oder das Gesamtgenom herangezogen werden.

Auf den Vortrag folgt eine lebhafte Diskussion.

Geschäftliches

Die Sitzung findet aus organisatorischen Gründen ausnahmsweise an einem Montag statt.

Der Präsident informiert die Anwesenden über den Tod von Hans Rudolf Niklaus welcher im vergangenen Februar nach längerer Krankheit verstorben ist.

Anwesende

23 Mitglieder, 3 Gäste, Total 26 Personen

Schluss der Sitzung

21:20 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung von 16.4.2019

Entomologisches

Vortrag von Sarah Schmid, Universität Lausanne
Entomologische Sammlungen im Dienste der Wissenschaft

Die Referentin leitet ihren in schwungvollem Französisch gehaltenen Vortrag mit der Frage ein, wie viele biologische Präparate bisher gesammelt worden sind. Sie kommt auf einen Schätzwert von 2,5 bis 3 Milliarden, darunter in der Mehrzahl Invertebraten. Am Genfer Museum sind es 10 bis 15 Millionen im Vergleich zu 330‘000 Präparaten von Wirbeltieren.

Sammlungen geben unter anderem Auskunft über den Niedergang von Populationen und klimatische Veränderungen. In Sammlungen können auch neue Arten entdeckt werden. Dabei erfolgt die Beschreibung klassischerweise auf Grundlage der Morphologie, seit Ende der 80er Jahre aber auch zunehmend auf Basis der DNA. Diese dient gleichzeitig der Identifkation wie auch der Klassifikation. Ergebnis ist der sog. Barcode (ein kurzer Ausschnitt der DNA) und ein phylogenetischer Baum.

In letzter Zeit spielt vermehrt auch die Genomik, d.h. die Analyse des gesamten Erbguts einer Art, eine Rolle. Zwei Beispiele: Die Heuschrecke Odaleus decorus kommt im Wallis vor und ist stark zurückgegangen. Die Untersuchung ergab Indikatoren für genetische Verarmung der zwei noch existierenden Populationen. Hinter der Tagfalterart Melitaea athalia verbirgt sich in der Schweiz ein Komplex aus zwei kryptischen Arten (M. athalia/ M. nevadensis). Sowohl auf Basis der Genitalien als auch in der DNA lassen sich Unterschiede feststellen. Interessanterweise liegt die Art M. deione näher an nevadensis als athalia. Dazu konnte noch Hybridisierung zwischen M. athalia und M. nevadensis festgestellt werden. Diese kommt in der ganzen Schweiz vor, jedoch ist sie nicht überall gleich stark ausgeprägt.

Anhand von historischem Sammlungsmaterial lässt sich zudem ein Einblick in vergangene Biodiversität gewinnen.

Anwesende

19 Mitglieder, 3 Gäste, Total 22 Personen

Schluss der Sitzung

21:10 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 2.4.2019

Entomologisches

In den Zeitschriften „Reformiert“ und „Tierwelt“ sind zwei Beiträge mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern erschienen. Auf die beiden Initiativen „Biodiversität“ und „Landschaft“ wird hingewiesen. Auf politischer Ebene laufen diverse Aktivitäten zu Schutz der Artenvielfalt, z.B. das erfolgreiche Volksbegehren in Bayern.

Herr Baur stellt die Digitalisierung der Insektensammlung des Museums vor (Insektenkästen ins Internet). Diese wird nach und nach auf der Plattform Flickr veröffentlicht. Zwei Zivildienstleistenden bieten wertvolle Unterstützung.

Frau Gygax hat Informationsmaterial von Dark Skies Switzerland mitgebracht. Sie weist auf die Bedeutung einer eingeschränkten Beleuchtung von Privatgrund hin.

Der Sekretär zeigt die Ausbeute seiner fotografischen Falterjagd im Frühjahr 2019.

Herr Bryner hat den Zünslerfalter Agriphila biarmicus alpinaerfolgreich an Moos gezüchtet. Bei diesen Tieren aus Südtirol handelt es sich um eine von dem in Finnland gefundenen Taxon verschiedene Art. Ausserdem hat er von der schönen aber seltenen Langhornmotte Nemeophora congruellain jahrelanger Suche im Jura einige wenige der gut getarnten Raupenköcher gefunden. Leider wurde genau an dieser Stelle eine – vom inkonsequenten Forstgesetz gedeckte – Spritzaktion mit Insektiziden an gefälltem Stammholz durchgeführt.

Der Präsident stellt die invasive Marmorierte Baumwanze vor und weist auf die ähnliche aber einheimische Graue Feldwanze hin.

Herr Wolf berichtet von der Zucht der dunklen Form des Nagelflecks.

Geschäftliches

Zwei Protokolle werden verlesen und genehmigt. Der Präsident bittet und Vortragsanmeldungen für die Saison 2019/20.

Anwesende

18 Mitglieder, kein Gast, Total 2018Personen

Schluss der Sitzung

22:00 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 19.3.2019

Entomologisches

Vortrag unseres Mitglieds Daniel Roesti, Wasen i.E.: „Manu Nationalpark in Peru – Hotspot der Biodiversität.“

Der Referent berichtet, unterstützt von wie immer sehr gelungenen Bildern und Videos, von einer Reise nach Peru im Vorjahr. Ausgangspunkt ist die im Hochland gelegene Hauptstadt Cusco. In der eine Million Einwohner zählenden Stadt besichtigt er zunächst das historische Zentrum mit der Kathedrale. Eine höher gelegene Festung erstaunt mit perfekten Steinmauern. Ein erster Ausflug führt nach der bekannten Touristenattraktion Machu Picchu. In der Nähe gibt es Bergregenwald mit zahlreichen Orchideen.

Anschliessend geht es mit dem Bus zum Manu-Nationalpark. Im Hochland dominieren zunächst noch Ackerbau und Alpaka-Haltung. Dann geht es hinunter in den Regenwald des Amazonasbeckens. Die Bäume sind dort mit zahlreichen Epiphyten bewachsen. Nach achtstündiger Fahrt wird die erste Lodge erreicht. Eine grosse Menge Treiberameisen überquert dort eine Strasse. Grosse Falter aus den Gattungen Morpho und Urania sind ebenfalls unterwegs. Die Reise wird mit dem Boot flussabwärts fortgesetzt. Das Gewässer und der angrenzende Urwald sind sehr beeindruckend. Vom Boot aus können Kaimane und Brüllaffen beobachtet werden.

Von der zweiten Lodge aus werden ebenfalls Exkursionen unternommen, z.B. zu den Erd-Leckstellen der Aras. Diese erweisen sich aber als sehr kamerascheu. Ausser den Aras gibt es weitere Papageien und auch Geier, ferner Spinnen, Heuschrecken und Tagfalter. Ein weiterer Ausflug führt zu einem Flussabschnitt mit den beeindruckenden Riesenottern. Der eigenartige Hoazin-Vogel und vier der 13 vorkommenden Affenarten werden ebenfalls vorgestellt. Im Regenwald wird eine 40 Meter hohe Baumplattform erklommen, von der aus ein weiter Rundblick möglich ist. Die Vegetation und oft bizarre Pilze sind ebenfalls bemerkenswert. Bei einem nächtlichen Ausflug werden Geckos, Frösche und andere Amphibien, Heuschrecken und diverse Spinnen gefunden. Höhepunkt ist die (kurze) Begegnung mit einem wildlebenden Tapir. Ein von Hand aufgezogenes Exemplar besucht regelmässig die Lodge und ist schon fast zu anhänglich. Bei einem Besuch im Dorf von Einheimischen erhält der Referent Einblicke in das Alltagsleben der dort wohnenden zwei indigenen Stämme.

Nach einem Aufenthalt in einer weiteren Lodge, wo noch Blattschneiderameisen und eine Harpye im Bild festgehalten werden, geht es mit Boot und Bus zurück nach Cusco.

Anwesende

34 Mitglieder, 6 Gäste, Total 40 Personen

Schluss der Sitzung

21:25 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Hauptversammlung vom 5.3.2019

Geschäftliches

Gaston Adamek möchte dem EVB beitreten. Er war Lehrer für Biologie und Chemie. Während seines Studiums beschäftigte er sich mit Zuckmücken. Er will sich nach erfolgter Pensionierung wieder mehr mit Insekten befassen. Das Beitrittsgesuch wird ohne Gegenstimme angenommen.

Bericht des Sekretärs Protokoll der Hauptversammlung vom 5.3.2019 weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 15.1.2019

Entomologisches

Vortrag unseres Mitglieds Bernhard Jost, Münsigen
Naturbeobachtungen zwischen Atlantik und Pazifik – Eine Reise nach Costa Rica

Der Referent besuchte das mittelamerikanische Land vor gut einem Jahr zusammen mit Heiner Ziegler und Joe Kollegger und hielt sich dort an verschiedenen Orten auf. Von San José reisten sie mit Auto und Boot nach Tortuguero wo sie in einer Lodge Quartier bezogen. Von dort aus wird der umliegende Regenwald Protokoll der Sitzung vom 15.1.2019 weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 15.5.2018

Entomologisches

Herr Jost hat einen Teil der Bärenspinner (Arctiinae) von Hermann Gerber mitgebracht. Die Sammlung soll als Schenkung ans Naturhistorische Museum Bern gehen. Sie enthält einige Schweizer Kostbarkeiten, darunter den ausserordentlich seltenen Schwarzgefleckten Bär (Chelis maculosa) und Exemplare des Matterhornbärs (Holoarctia cervini) aus dem Kanton Graubünden. Protokoll der Sitzung vom 15.5.2018 weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 1.5.2018

Entomologisches

Frau Urfer berichtet über ihr laufendes Projekt über die Tapezierspinne (Gattung Atypus). Diese Tiere haben ein interessantes Fortpflanzungsverhalten, das noch schlecht untersucht ist. Die Jungtiere legen im Frühjahr feine Gespinste in der Vegetation an. Frau Urfer bittet um Meldung von Kolonien im Raum Bern, auch Männchen werden gesucht (karin.urfer@students.unibe.ch). Protokoll der Sitzung vom 1.5.2018 weiterlesen