Teamwork – à la Zehrwespe

Eine Gallmücke und eine Zehrwespe bei der Eiablage. Teamwork, könnte man fast meinen. Aber dem ist nicht ganz so. Denn während die Schilfstängelgallmücke (Microlasioptera flexuosa, unten im Bild) ihren Legebohrer in den Stängel bohrt, Teamwork – à la Zehrwespe weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 21. 12. 2021

Entomologisches

Online-Vortrag von Sophie Kratschmer, Unversität für Bodenkultur Wien: «Wildbienen und Honigbienen: Konkurrenz oder Koexistenz in Agrarökosystemen?»

Die Referentin, welche kurzfristig für den eigentlich geplanten Vortragenden eingesprungen ist, stellt zunächst kurz die Wildbienen generell vor: Zu den Hautflüglern gehörig und durch ihre «Wespentaillen» gekennzeichnete Insekten, welche dort eine von den Ameisen und Faltenwespen getrennte Gruppe bilden. Weltweit sind etwa 20.000 Arten bekannt, in Europa ungefähr 2.000. In Deutschland ca. 580, in der Schweiz 640 und in Österreich etwa 700. Eine davon ist die Honigbiene.

Nur die Weibchen können stechen. Die Grösse variiert von 5 mm bis 3 cm. Die meisten Arten sind solitär, einige eusozial. Etwa die Hälfte der Arten nistet im Boden, ein Viertel oberirdisch und der Rest sind Kuckucksbienen. Honigbienen haben keine solitäre Phase und bilden mehrjährige Völker. Sie sind sehr flexibel bei der Nahrungssuche.

Ein Beispiel illustriert den Entwicklungszyklus und den Unterschied zwischen poly- und oligolektischen (spezialisiert auf bestimmte Pflanzen) Arten. Für die Versorgung einer Brutzelle mit Pollen müssen bis zu 2.000 Blüten besucht werden. Auf die enorme (auch wirtschaftliche) Bedeutung der Bestäubungsarbeit wird eingegangen. Honigbienen sind wichtige Bestäuber grossflächiger Kulturen, die Bevorzugung nur einer Art hat jedoch riskante Folgen (Anfälligkeit gegen Parasiten u.a.). Lebensräume von Wildbienen müssen sowohl Nistplätze als auch Pollen- und Nektarquellen enthalten. Gefährdungsursache sind vor allem ausgeräumte Landschaften, Pestizide und Düngemitel, der Klimawandel.

Die Referentin erläutert das Konzept von Konkurrenz zwischen Arten. Die Hauptkonkurrenz findet hauptsächlich bei den Nahrungsquellen statt. Die Honigbiene hat hier diverse Vorteile gegenüber den anderen Bienenarten, einerseits durch ihre biologischen Eigenschaften, andererseits durch die Auswirkungen der Imkerei (lokales Massenauftreten). In ausgeräumten Landschaften kann dies durchaus zu Problemen für Wildbienen führen.

Man erforscht die Konkurrenz zwischen Wild- und Honigbienen seit den 1950er Jahren erforscht, allerdings weniger in der Agrarlandschaft. Es gibt Indizien für einen geringeren Reproduktionserfolg bei Wildbienen. Bei guten Wildbienenstandorten sollte es daher eine Pufferzone für Honigbienen geben.

Geplante weitere Untersuchungen in Österreich sollen detailliertere Einblicke in die Konkurrenzsituation und ihre Auswirkungen ermöglichen, wobei auf die Kooperation mit Imkern gesetzt wird.

In der anschliessenden Diskussion wurden einzelne Aspekte des Themas vertieft.

Geschäftliches

Varia

Anwesende

26 Mitglieder, 7 Gäste, Total 33 Personen

Schluss der Sitzung

22:20 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 16. 11. 2021

Entomologisches

Vortrag zum Thema optisch attraktraktive Insekten von Katrin Luder, Olten, und unserem Mitglied Bähram Alagheband, Solothurn: «‘Glanz & Glitzer’: Juwelen der Schweizer Insektenwelt».

Die Referentin und der Referent präsentieren mit eindrücklichen Bildern und Videos das Thema optisch attraktive Insekten. Dabei stellen sie besonders prächtige und farblich ungewöhnliche einheimische Insekten vor. Die oft verborgene Schönheit und beeindruckende Formen- und Farbenvielfalt der kleinen Wunderwerke wird einem zahlreichen Publikum nähergebracht. Im Fokus stehen insbesondere Heuschrecken, Schmetterlinge, Käfer, Wespen, Wildbienen und Libellen welche Herr Alagheband auf zahlreichen Exkursionen vor die Kamera bekommen hat. Besonders eindrücklich sind die unglaublich farbenprächtigen, aber meist winzigen Goldwespen, die es Herrn Alagheband besonders angetan haben. Neben den optischen Vorzügen der Insekten werden auch einige spannende Verhaltensweisen aufgezeigt. Schliesslich gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen der vom Referenten angewendeten Aufnahmetechnik.

Geschäftliches

Varia

Anwesende

25 Mitglieder, 22 Gäste, Total 47 Personen

Schluss der Sitzung

21:45 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung vom 16.03.2021

Entomologisches

Herr de Roche stellt den Schmetterling des Jahres vor, den Braunen Bären (Arctia caja). Seine erste Begegnung machte er als Raupendompteur einer Filmaufnahme, bei welcher ein agile Bärenraupe die Hauptrolle spielte. Die Art ist in Entomologenkreisen gut bekannt. Er erläutert kurz den Entwicklungszyklus der Art und weist auf die schädlichen Auswirkungen der nächtlichen Lichtflut wird hin. Er zeigt Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für das Problem auf verbunden mit einem Appell, die Lichtbelastung im lokalen Umfeld möglichst gering zu halten.

Herr Baur präsentiert Fotos von zwei Wespenarten, welche von Gerd Reder aus Deutschland aufgenommen wurden. Die Bilder zeigen eine parasitische Hungerwespe welche eierlegende Schwertwespen verfolgt und ihre Eier unmittelbar im Anschluss appliziert.

Der Sekretär stellt kurz die geplante Umfrage unter den Vereinsmitgliedern vor. Es soll u.a. nach der Motivation für den Beitritt gefragt werden und die generelle Zufriedenheit der Mitglieder mit den Vereinsaktivitäten ermittelt werden. Ziel ist es, dass gerade auch die selten an Veranstaltungen anwesenden Mitglieder ihre Meinung einbringen können. Der Versand erfolgt in den nächsten Tagen.

Herr Baur weist auf die laufende Ausstellung „Wunderkammer“ im Naturhistorischen Museum hin. Thema sind Sammlungen des Museums. Herr Neumann erinnert an die Katzenausstellung im Naturmuseum Solothurn.

Geschäftliches

Herr Baur berichtet, dass im Rahmen der SEG das Thema „Entomo Helvetica“ und insbesondere das rechtliche Konstrukt der Mitgliedschaft und die Finanzierung näher diskutiert werden soll. Er verspricht, darüber bei nächster Gelegenheit berichten.

Varia

Herr Bryner hat für sein neues Adelidenbuch den Prix Moulines der SEG erhalten. Die Anwesenden gratulieren herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung.

Anwesende

25 Mitglieder, 3 Gäste, Total 38 Personen

Schluss der Sitzung

21:10 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Die Schweiz, Liechtenstein und Österreich suchen die Asiatische Mörtelbiene

Erste Ergebnisse aus einem Citizen Science Projekt rund um die eingeschleppte Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis).

Die Asiatische Mörtelbiene ist die erste eingeschleppte Wildbiene Europas. Ursprünglich Die Schweiz, Liechtenstein und Österreich suchen die Asiatische Mörtelbiene weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 19.11.2019

Entomologisches

Protokoll der Sitzung vom 19.11.2019 – Diskussionsabend: Citizen Science & Schmetterlinge

Hannes Baur erwähnt eine neue Studie zum Insektensterben, die am 30.10.19 in „Nature“ erschienen ist und die Krefeld-Studie bestätigt.

Julia Lanner stellt ihr „Citizien Science“ Projekt zum Vorkommen der Asiatischen Mörtelbiene in der Schweiz und Österreich vor. Durch den Aufruf auf der Homepage des EVB, Instagram und diversen Online- und Printmedien konnten die Daten zur Verbreitung der Mörtelbiene in der Schweiz und den umgebenden Ländern stark erweitert werden.

Hanspeter Wymann ergänzt den Bericht zum Problem mit einem Wildhüter im Berner Oberland, über das in der Sitzung vom 15.10.19 Raymond Guenin berichtet hatte. Herr Wymann wird bei den Wildhütern eine Schulung durchführen zum Thema: „Welche Insektenarten sind geschützt und was darf ein Entomologe machen und was nicht“.

Hanspeter Wymann erwähnt, dass bereits Vorbrodt 1922 von einer Abnahme der Insekten geschrieben habe. Jürg Studer ergänzt, dass man eine Abnahme auch bei den Fischen seit vielen Jahrzehnten beobachten müsse.

Wymann erwähnt, dass die Liste der Tagfalternachweise im Berner Oberland nun 151 Arten aufweist. Er hat einige Kasten mit Arten mitgebracht, die in den letzten Jahren eine starke Ausbreitung in der Schweiz erfahren haben.

André Röthlisberger berichtet von interessanten Beobachtungen im Naturschutzgebiet „Hoger“ in Bremgarten. Er hat u.a. eine seltene Furchenbienenart (Lasioglossus sp) sowie einen Schlupfwespen-Glasflügler gefunden.

Lukas Straumann erwähnt, dass er einen Spinnenläufer (Scutigera coleoptrata) im Haus gesehen habe und möchte wissen, ob weitere Anwesende von Beobachtungen berichten können. Dies ist der Fall. Dass der Präsident bei dem ursprl aus dem Mittelmeerraum stammenden Tier von „gruusiges Viech“ spricht, findet keinen Anklang. (Es handelt sich hier nicht um ein Insekt, sondern einen Hundertfüssler [Arthropode]).

Hannes Baur berichtet vom 11-15 mm langen Weinhähnchen (Oecanthus pellucens), das seine Anwesenheit mit einem auffälligen Zirpen bekannt macht und das in diesem Jahr häufig zu hören war.

Es gibt auch noch eine kurze Diskussion über das Bild einer Schmetterlingsmücke zu der Veranstaltung vom 19.11. auf der Homepage des EVB. Rolf Pflugshaupt weist darauf hin, dass die Abortfliege nicht nur in Aborten und der Kanalisation vorkomme und schon gar nicht bei ihm zu Hause.

Geschäftliches

Das Protokoll vom 15. Oktober 2019 wird verlesen und genehmigt.

Hannes Baur weist noch einmal darauf hin, dass die Plätze für die Veranstaltung zum Insektensterben vom 3.12.2019 beschränkt sind. Man sollte sich unbedingt anmelden.

Anwesende

20 Mitglieder, 0 Gäste, Total 20 Personen

Schluss der Sitzung

21:40 Uhr, der Präsident, Michael Gilgen

Neues Ameisenbuch mit sensationellen Fotos

Das neue Ameisenbuch von Bernhard Seifert stellt die Fauna  von Mittel- und Nordeuropa vor. Das reich bebilderte Werk enthält einen aktualisierten Bestimmungsschlüssel sowie alles Wissenswerte über Biologie und Ökologie von Ameisen. Ein Muss für Ameisenfans.

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