Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020

Willkommen auf der Übersicht der EVB-Veranstaltungen – in der Saison 2019–2020 mit Heidelibelle & Co!

Der Entomologische Verein Bern (EVB) führt nebst Vorträgen auch Diskussions- und Beamerabende durch – in diesem Jahr sogar eine Podiumsdiskussion. Heuer werden diese Veranstaltungen mit Fotos unseres Mitglieds Rolf Pflugshaupt aus Gümligen angekündigt. Rolf Heidelibelle & Co – Mit Rolfs Insektenfotos durch die Saison 2019–2020 weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 6.5.2019

Entomologisches

Vortrag von Peter Huemer, Tiroler Landesmuseen, Innsbruck
Gut bekannt oder unbenannt? Alpenschmetterlinge im Zeitalter des DNA-Barcodings

Herr Huemer erwähnt zunächst als Eckpunkt die Fläche des Alpenraums mit 200’000 km2, auf welcher 5’000 Schmetterlingsarten vorkommen. Die Idee des Barcodings ist, die morphologisch oft schwer unterscheidbaren Arten auf Basis genetischer Unterschiede zu bestimmen. Dies, indem mit dem Barcoding eine «objektive/messbare» Methode herangezogen wird. Damit kann man 97% der Arten zuordnen. Das Hauptziel des Barcodings ist eine Unterscheidung auf genetischer Basis unter Heranziehung einer Vergleichsdatenbank. Dies kann auch den akute Expertenmangel bei vielen Gruppen zumindest teilweise ausgegleichen. Ferner können kryptische Arten erkannt werden, aber auch Präimaginalstadien und es können Körperteile oder Kotproben zugeordnet werden.

Die Methodik beruht auf der Untersuchung der mtDNA (COI-Gen), wobei für den Barcode 658 Basenpaare herangezogen werden. Sammlungen sind wichtige Quellen von Untersuchungsmaterial.Die Daten werden in einer zentralen Datenbank in Guelph (Kanada) gesammelt (BOLD). In den meisten Fällen ist die intraspezifische Variabilität sehr viel geringer als die interspezifische was die hohe Zuverlässigkeit der Methode belegt. Allerdings bestätigen Ausnahmen die Regel. So gibt es Arten mit unterschiedlicher Morphologie, aber identischem Barcode (sog. Barcode Sharing). Wenige Arten zeigen eine grosse intraspezifische Variabilität.

Konsequenzen aus der Anwendung des Barcodings sind auch Anpassungen bei Systematik und Nomenklatur. So entdekte man z.B. einige Synonymien und man konnte viele unbeschriebene Arten identifizieren. Die Einstufung als Unterart oder Art ist jedoch subjektiv. Die Methode lieferte auch wesentliche Erkenntnisse zur Faunistik. Zur Erhöhung der Genauigkeit der Methode können weitere Gene oder das Gesamtgenom herangezogen werden.

Auf den Vortrag folgt eine lebhafte Diskussion.

Geschäftliches

Die Sitzung findet aus organisatorischen Gründen ausnahmsweise an einem Montag statt.

Der Präsident informiert die Anwesenden über den Tod von Hans Rudolf Niklaus welcher im vergangenen Februar nach längerer Krankheit verstorben ist.

Anwesende

23 Mitglieder, 3 Gäste, Total 26 Personen

Schluss der Sitzung

21:20 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Protokoll der Sitzung von 16.4.2019

Entomologisches

Vortrag von Sarah Schmid, Universität Lausanne
Entomologische Sammlungen im Dienste der Wissenschaft

Die Referentin leitet ihren in schwungvollem Französisch gehaltenen Vortrag mit der Frage ein, wie viele biologische Präparate bisher gesammelt worden sind. Sie kommt auf einen Schätzwert von 2,5 bis 3 Milliarden, darunter in der Mehrzahl Invertebraten. Am Genfer Museum sind es 10 bis 15 Millionen im Vergleich zu 330‘000 Präparaten von Wirbeltieren.

Sammlungen geben unter anderem Auskunft über den Niedergang von Populationen und klimatische Veränderungen. In Sammlungen können auch neue Arten entdeckt werden. Dabei erfolgt die Beschreibung klassischerweise auf Grundlage der Morphologie, seit Ende der 80er Jahre aber auch zunehmend auf Basis der DNA. Diese dient gleichzeitig der Identifkation wie auch der Klassifikation. Ergebnis ist der sog. Barcode (ein kurzer Ausschnitt der DNA) und ein phylogenetischer Baum.

In letzter Zeit spielt vermehrt auch die Genomik, d.h. die Analyse des gesamten Erbguts einer Art, eine Rolle. Zwei Beispiele: Die Heuschrecke Odaleus decorus kommt im Wallis vor und ist stark zurückgegangen. Die Untersuchung ergab Indikatoren für genetische Verarmung der zwei noch existierenden Populationen. Hinter der Tagfalterart Melitaea athalia verbirgt sich in der Schweiz ein Komplex aus zwei kryptischen Arten (M. athalia/ M. nevadensis). Sowohl auf Basis der Genitalien als auch in der DNA lassen sich Unterschiede feststellen. Interessanterweise liegt die Art M. deione näher an nevadensis als athalia. Dazu konnte noch Hybridisierung zwischen M. athalia und M. nevadensis festgestellt werden. Diese kommt in der ganzen Schweiz vor, jedoch ist sie nicht überall gleich stark ausgeprägt.

Anhand von historischem Sammlungsmaterial lässt sich zudem ein Einblick in vergangene Biodiversität gewinnen.

Anwesende

19 Mitglieder, 3 Gäste, Total 22 Personen

Schluss der Sitzung

21:10 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht

Nacht der Fledermäuse in Stettlen am Samstag 25.08.18: Vortrag über Nachtfalter von Martin Albrecht

Zum 22. Mal findet am 25. August 2018 die Internationale Nacht der Fledermäuse an vielen Orten in Europa statt. Für den Kanton Bern führt der Fledermausverein Bern dieses Jahr die „Batnight“ in Zusammenarbeit mit dem Verein NUBIS in Stettlen durch. Der Anlass ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Nacht der Fledermäuse in Stettlen am Samstag 25.08.18: Vortrag über Nachtfalter von Martin Albrecht weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 3.4.2018

Entomologisches

Vortrag unseres Mitglieds Felix Amiet, Solothurn
Die vielfältige Schönheit der Pflanzen- und Tierwelt in Nordborneo

Der Referent besuchte im Januar 2017 zwölf Tage den malaysischen Teil der Insel Borneo. Er hielt sich dabei an einem Ort im Westen und an drei weiteren im Osten auf. Protokoll der Sitzung vom 3.4.2018 weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 20.3.2018

Entomologisches

Vortrag von Thomas Hertach, Hedingen
Sing mir deinen Namen!  Auf dem Weg zu einer modernen Faunistik über Singzikaden (Cicadidae) der Schweiz

Der Referent hat sich aus eigenem Interesse in diese zwar bekannte, aber sträflich vernachlässigte Insektengruppe eingearbeitet und Protokoll der Sitzung vom 20.3.2018 weiterlesen

Protokoll der Sitzung vom 20.2.2018

Entomologisches

Vortrag unseres Mitglieds Michael Balkenohl, Bonstetten
Coleopterologische Sammelreisen in Zypern

Der Referent war mit zwei deutschen Kollegen auf der ostmediterranen Insel auf Käferjagd. Eingangs werden die diversen Vorteile Zyperns erwähnt: Leichte Erreichbarkeit, freundliche Menschen, gutes Essen und ausgezeichnetes Bier sowie günstige Preise inklusive Flüge. Nach einer Beschreibung der politischen Situation und der natürlichen Ausstattung der Insel stellt er die wichtigsten Exkursionsziele vor, Protokoll der Sitzung vom 20.2.2018 weiterlesen

Insekten im Fokus

Am 2. und 3. März 2018 findet am Naturhistorischen Museum Bern die entomo.ch statt. Die Gelegenheit, um sich Einblicke in die verschiedensten Gebiete der Insektenkunde zu verschaffen.

Die Entomologie ist ein weites Feld. Nicht nur gibt es unzählige Insektengruppen wie Schmetterlinge, Käfer, Fliegen, Libellen, Wespen und Bienen – sie alle sind auch noch unglaublich artenreich, biologisch und ökologisch vielfältig. Kein Wunder also widmen sich die meisten Tagungen nur einem bestimmten Gebiet der Entomologie.

Ganz anders die entomo.ch, Insekten im Fokus weiterlesen

Costa Rica – ein tropisches Juwel und Traumdestination für Naturfreunde

Costa Rica ist ein Paradies für Naturbegeisterte. Eine grosse Vielfalt an Lebensräumen garantiert eine für uns überwältigenden Diversität an Pflanzen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren. In seinem Vortrag im Naturschutzverein Münchenbuchsee nimmt uns Jürg Zettel (Mitglied im EVB) mit auf Streifzüge durch 7 Reservate im Zentrum und im Westen des Landes.

Die Veranstaltung findet am Montag, 15. Januar 2018, um 19:30 im Kirchgemeindehaus, Oberdorfstrasse 8, in Münchenbuchsee statt.

Gäste sind willkommen.

Foto: Laternenträger (Zikade), CC BY-SA-4.0, Jürg Zettel, Schwarzenburg.