Entdeckt auf dem Vereinsausflug 2026 im Kiental der Warzenbeisser, Decticus verrucivorus. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.

Vereinsausflug 2026 ins Kiental

Der Vereinsausflug ins Kiental fand am Wochenende vom 20. und 21. Juni 2026 statt. Auf Schritt und Tritt konnten wir tagsüber zahlreiche interessante Insekten beobachten wie das Insekt des Jahres, der Warzenbeisser. Aber auch abends umschwirrten zahlreiche «Nachtschwärmer» die aufgestellten Leuchttürme.

Strukturierte Wiesen im Kiental beim Spiggengrund. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Die gut strukturierten Bergwiesen im Spiggengrung beherbergen eine vielfältige Flora und Fauna. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.

1. Tag Spiggengrund

Am ersten Ausflugstag bewegten wir uns im Spiggengrund auf den Spuren von Samuel Studer, dem Mitbegründer der schweizerischen und bernischen Naturforschenden Gesellschaft. Wie dieser vor zweihundert Jahren beobachteten wir in den gut strukturierten Alpwiesen viele Käfer, unzählige Tagfalter und mehr.

Die Vereinsmitglieder unterwegs im Kiental beim Spiggengrund. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Die Mitglieder des EVB beobachten, sammeln und fachsimpeln auf dem Ausflug im Kiental unterwegs im Spiggengrund. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Es flogen Apollofalter (Parnassius apollo), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Pantherspanner (Pseudopanthera macularia) sowie die verschiedensten Bläulinge, Weisslinge, Perlmuttfalter und Wiesenvögelchen. Hüpfenderweise unterwegs sahen wir den Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttuls), die Gebirgs-Beissschrecke (Metrioptera saussuriana) und Alpine Gebirgsschrecke (Miramelle alpina).

Das Weibchen des Einfarbigen Langhornbocks, Monochamus sutor. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
An der Sonne präsentiert sich ein Weibchen des Einfarbigen Langhornbocks (Monochamus sutor) auch Schusterbock genannt. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Lichtfang am Abend

Nach dem Eindunkeln stellten wir beim Naturfreundehaus Gorneren bei windstillem Wetter zwei Leuchttürme auf. Die Lichtquellen lockten unglaublich viele Nachtfalter und andere nachtaktive Krabbler an. Die Liste des Lichtfangs ist noch nicht fertig erstellt, umfasst aber bereits jetzt gut 60 Arten.

Der erfolgreiche Lichtfang neben dem Naturfreundehaus Gornerern. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.jpg
Wie die Insekten werden auch die Vereinsmitgleider vom nächtlichen Licht angezogen und strecken die Köpfe beim Lichtfang zusammen. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Unter anderem flog ein Brombeerspinner zur Lichtquelle und platzierte sein Gelege an der Gaze. Obwohl Ursula das Gelege mitnahm, schlüpften keine Eiraupen. Wahrscheinlich waren die Eier nicht befruchtet.

Ein Weibschen des Brombeerspinners, Macrothylacia rubi. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Der Lichtfang am Abend zog unter anderem das Weibchen des Brombeerspinners (Macrothylacia rubi) an. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.
Die Eier des Brombeerspinners, Macrothylacia rubi. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Nicht wählerisch legte das Brombeerspinner Weibchen sein Gelege an der Gaze des Leuchtturms ab. CC BY_SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

2. Tag Gorneren/Gamchibach

Das hintere Kiental im Gebiet des Gamchibachs war nicht nur entomologisch interessant, sondern hat uns ebenso mit einer botanischen Vielfalt belohnt. Wir entdeckten Fliegenragwurz (Ophris insectifera), den wohlriechenden Handwurz (Gymnadenia odoratissima) und ein fleischfressendes Fettkraut (wahrscheinlich Pinguicula alpina).

Ein dunkles Exemplar des Fliegenragwurz, Ophris insectifera. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Ein dunkles Exemplar des Fliegenragwurz (Ophris insectifera). CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Jedes Vereinsmitglied verfolgte sein Steckenpferd und teilte sein Wissen mit den anderen, so dass wir den Warzenbeisser, das Insekt des Jahres 2026, und eine wehrhafte Puppe des Kleinen Fuchses nicht übersahen.

Die Vereinsmitglieder unterwegs im Kiental beim Gamchibach. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Die Vereinsmitglieder sind fleissig bei der Sache. Die einen bestimmen und fotografieren. Die anderen fischen Wasserinsekten aus dem Bach. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.
Die am Felsen hängende Puppe des Kleinen Fuchs, Aglasi urticae, wird von einer parasitischen Erzwespe heimgesucht. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Die am Felsen hängende Puppe des Kleinen Fuchs (Aglais urticae) wird von einer parasitischen Erzwespe (Pteromalus puparum) heimgesucht. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Eine sich schüttelnde Puppe des Kleinen Fuchs, Aglasi urticae. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Die Puppe des Kleinen Fuchs schüttelt sich mehrmals heftig, um den Parasitoid loszuwerden. Die parasitische Erzwespe lässt sich aber nicht abschütteln. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Der Vereinsausflug 2026 mit Übernachtung im gastfreundlichen Naturfreundehaus Gorneren wird uns allen in bester Erinnerung bleiben.

Das Gruppenbild am Vereinsausflugs 2026 im Kiental. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees-Frick, Frauenkappelen, Schweiz.
Nach diesem ergiebigen Vereinsausflug kehren alle zwar etwas verschwitzt, aber zufrieden nachhause zurück. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Beitragsbild: Passend zum Insekt des Jahres 2026, fanden wir den Warzenbeisser (Decticus verrucivorus) in seinem letzten Larvenstadium im Gebiet des Gamchibachs im Kiental. CC BY-SA 4.0 Isabelle Trees, Frauenkappelen, Schweiz.

Ein Kommentar zu „Vereinsausflug 2026 ins Kiental“

  1. Danke für den interessanten und informativen Beitrag – so war ich nun auch „e chli“ mit dabei!

    Hans-Peter

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